Langzeit-Projekt

Film dokumentiert den Wandel der Landwirtschaft

Film dokumentiert den Wandel der Landwirtschaft

Film dokumentiert den Wandel der Landwirtschaft

Peter Hamisch/shz.de
Sörup
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Sören Jensen
Bild: Sören Jensen berichtet in die Kamera von Steffen König über den Wandel in der Landwirtschaft. Foto: Peter Hamisch

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Eigentlich sollte es nur eine Dokumentation über das Angelner Rind werden. Aber das war den Initiatoren zu wenig.

Die Kamera wandert unter dem Folientunnel an den blühenden Erdbeerpflanzen vorbei. Bei Sören Jensen, 32 Jahre alt, Agrarbetriebswirt und Landwirt in Sörup-Barg, bleibt die Kamera stehen. Bereits seit über 40 Jahren ist dieser Betrieb kein herkömmlicher landwirtschaftlicher Betrieb mehr, sondern hat sich spezialisiert auf Erdbeeren, Kirschen und andere Beeren.

Von dieser Entwicklung und dem Wandel auf dem Hof in Sörup-Barg berichtet Sören Jensen vor der Kamera. „Ja, das ist unser Thema“, unterstreicht Film Initiator Johannes Tams und erklärt, dass die Initiative zu dem Filmvom Verein der Angler Rinderzüchter ausgegangen ist.

Erfahrener Dokumentarfilmer als Parnter

Ursprünglich wollte man die Entwicklung des Angler Rind dokumentarisch festhalten. Doch sehr schnell haben die Initiatoren Christina Johanna Paulsen-Schlüter aus Tolk, Claus-Peter Tordsen aus Süderbrarup und Johannes Tams aus Ausacker erkannt, dass eine Dokumentation nur über das Angler Rind unvollständig wäre, ohne die Gesamtentwicklung der Landwirtschaft und der Dörfer zu berücksichtigen.

Nach der Überarbeitung des Konzeptes war man sich einig, ein Zeitdokument zu erstellen, das den Strukturwandel in Angeln mit den Schwerpunkten Landwirtschaft und Angler Rind aufzeigen soll. Mit Steffen König von der Firma Short Cut in Hannover fand man einen versierten Filmemacher, der Erfahrung aus dem Bereich Dokumentation mitbringt.

Arbeit begann vor fünf Jahren

Seit 2016 wird an der Dokumentation gearbeitet. Im ersten Teil wurden ältere Landwirte, Tierärzte und Menschen aus dem landwirtschaftlichen Bereich befragt. „Wir wollten ihre Erinnerungen festhalten, bevor sie für immer erloschen sind“, argumentiert Tams. In über 30 Interviews konnten wertvolle Zeitaussagen erhalten werden.

2019 gab es eine erste Filmvorführung in Satrup, bei der vor geladenen Gästen der erste Teil des Filmes gezeigt wurde. „Wir haben viele Anregungen erhalten“, berichtet Tams. Viele Landwirte waren sichtlich gerührt, zeigt dieser Film doch einen Teil ihrer eigenen Geschichte.

Es ist nicht unser Ziel, mit dem erhobenen Zeigefinger die Landwirte zu Veränderungen aufzufordern. Wir wollen zum Nachdenken über die Zukunft anregen.
Johannes Tams, Bio-Landwirt aus Ausacker

Nun ist die Crew mit Kameramann König, Tordsen und Tams auf dem Weg, den Wandel der Landwirtschaft einzufangen. Johannes Tams ist selber Bio-Landwirt in Ausacker und weiß daher aus eigener Erfahrung, wie stark die Landwirtschaft in Angeln sich im Wandel befindet. Für Tams eine normale Entwicklung, denn so wie sich die Gesellschaft verändere, müsse auch die Landwirtschaft sich den neuen Herausforderungen stellen.

Zu den überwiegend jungen Landwirten, die sich dem Wandel stellen, gehören auch Sören Jensen und sein Bruder Nils. Eingeleitet hat den Wandel aber bereist Vater Claus-Peter vor 40 Jahren. Heute gehört Jensens Erdbeerhof zu den Vorreitern bei der Entwicklung neuer Anbautechniken. Dies zeigt der Film mit seinen Aufnahmen in einem Folientunnel, wo die Erdbeerpflanzen in Hüfthöhe an Ketten hängend in Pflanzkästen wachsen und so leichter von Menschen, aber auch Pflückmaschinen geerntet werden können.

„Es ist nicht unser Ziel, mit dem erhobenen Zeigefinger die Landwirte zu Veränderungen aufzufordern. Wir wollen zum Nachdenken über die Zukunft anregen.“

Die Herstellung des etwa 90 Minuten langen Filmes wird etwa 100.000 Euro kosten. „Spenden sind herzlich willkommen“, unterstreicht Tams. Im kommenden Jahr soll das Filmprojekt abgeschlossen sein und Interessierten zur Verfügung stehen.

Auf der Webseite quo-vadis-angeln.de ist der erste fertig gestellte Trailer anzuschauen.

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