Kriminalität

Zahl der Körperverletzungen in Dänemark sinkt

Zahl der Körperverletzungen in Dänemark sinkt

Zahl der Körperverletzungen in Dänemark sinkt

Kopenhagen
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Foto: dpa

Die Zahl der Anzeigen bei Polizei ist jedoch gestiegen. Der Grund: Der Kriminalpräventive Rat wertet die Ambulanzen-Statistik aus.

Der Rat zur Verhinderung von Straftaten in Dänemark, Den Kriminalpræventive Råd, hat vom Unternehmen Rambøl Statistiken der Unfall-Ambulanzen dänischer Krankenhäuser auswerten lassen, in denen u. a. auch Körperverletzungen bei Patienten aufgrund von kriminellen Gewaltanwendungen behandelt und aufgezeichnet werden.

Der Kriminalpräventive Rat berichtet auf der Basis der Untersuchung „Gewalt in Dänemark 2018 – analysiert mithilfe von Zahlen der Unfall-Ambulanzen“, dass im vergangenen Jahr nicht weniger als 9.909 Fälle in den Krankenhäusern registriert worden sind, bei denen von Körperverletzungen auszugehen ist. Das ist laut Kriminalpräventivem Rat gegenüber dem Vorjahr ein leichter Rückgang. 2017 wurden 10.371 solcher Fälle registriert, 2016 waren es 10.791 und 2015 sogar noch 11.732 .

Zahl der Anzeigen gestiegen

Interessant an der Entwicklung ist, dass sich seit 2015 die Zahl der Anzeigen von Straftaten mit Körperverletzung erhöht hat. Dabei spiele eine Rolle, dass sich die gesetzlichen Vorschriften hinsichtlich eines möglichen Schadenersatzes geändert haben.

Das hat dazu geführt, dass Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes, die beispielsweise in sozialen oder psychiatrischen Einrichtungen Körperverletzungen verursacht durch von ihnen zu betreuende Personen erlitten haben, diese zur Anzeige bringen müssen, um Schadensersatz zu bekommen.

„Gewalt ist eine Quelle, die bei vielen Dänen für Unsicherheit sorgt. Deshalb behalten wir genau im Auge, wie sich die Anzahl der Gewalttaten entwickelt“, so die Analytikerin des Rates zur Verhinderung von Straftaten, Ingrid Soldal Eriksen. Und sie fügt hinzu: „Die Berichte der Unfallambulanzen geben uns Einblick, wie verbreitet Gewaltkriminalität ist. Es ist im achten Jahr hintereinander zu einem jeweils kleinen Rückgang bei Besuchen in den Unfallambulanzen durch Opfer von Gewalttaten gekommen.“

Männer im Nachtleben die Hauptopfer.

Sie berichtet, dass in erster Linie Männer, die Teilnehmer am Nachtleben während des Wochenendes sind, Opfer von Gewaltdelikten sind. Frauen sind überwiegend in ihren Wohnungen Gewalttätigkeit ausgesetzt. Männer sind deutlich häufiger Gewalttaten ausgesetzt als Frauen. Dabei sei die Zahl der Gewalttaten, denen Männer ausgesetzt waren, deutlicher gesunken. 2018 waren 25 von 10.000 Männern in Dänemark Gewaltanwendung ausgesetzt, bei Frauen waren es 9 von 10.000.

Auffallend ist, dass statistisch gesehen Männer dabei schwerere Verletzungen erleiden als Frauen.
Der Bericht erwähnt auch, dass Zeugen von Gewalttätigkeit auf der Straße in neun von zehn Fällen eingreifen. Am meisten Gewalt gibt es in der Hauptstadtregion.

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