Coronavirus

Wiederansteckung mit Coronavirus festgestellt

Wiederansteckung mit Coronavirus festgestellt

Wiederansteckung mit Coronavirus festgestellt

Ritzau/nb
Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Rachenabstriche von 200 Tests, die die Universität Aarhus durchgeführt hat, zeigen, dass etwa 20 Prozent noch vier Wochen danach positiv auf Corona getestet werden konnten. Archivfoto. Foto: Niels Christian Vilmann/Ritzau Scanpix

Forscher können derzeit keine klare Antwort auf die Frage liefern, ob Personen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, über einen längeren Zeitraum hinaus ansteckend sind.

Personen, die eine Infektion mit dem Coronavirus hinter sich haben, sind nach mehreren Wochen erneut positiv auf das Virus getestet worden.

Dies zeigen vorläufige Resultate von Rachenabstrichen, die die Universität Aarhus durchgeführt hat, wie Ritzau zufolge TV2 berichtet.

Die positiven Testresultate konnten bei etwa 20 Prozent der 200 Testpersonen festgestellt werden.

Arzt von Ergebnissen überrascht

Die Ergebnisse überraschen Martin Tolstrup, Arzt und Lektor für Infektionskrankheiten an der Universität Aarhus. Er ist einer der Forscher hinter der Studie.

„Wir sind überrascht über den hohen Anteil, der noch immer positiv ist. Die Untersuchungen wurden mindestens vier Wochen nach dem Zeitpunkt durchgeführt, nach dem sich die betroffenen Personen wieder gesund gemeldet hatten, und deshalb hatten wir nicht erwartetet, dass noch immer so viele das Virus im Körper haben“, sagt Martin Tolstrup gegenüber TV2.

Als genesen gilt, wer 48 Stunden symptomfrei war

Den dänischen Gesundheitsbehörden zufolge gilt eine mit dem Coronavirus infizierte Person als genesen, wenn die betreffende Person 48 Stunden lang symptomfrei war.

Die Rachenabstriche der dänischen Coronapatienten sind Teil einer Studie, die die Entwicklung von Antikörpern nach einer Coronavirusinfektion untersucht.

Neben einer Blutprobe wurde bei den Testpersonen auch ein Abstrich vorgenommen um festzustellen, ob das Virus oder Teile davon noch immer im Rachenraum nachweisbar waren.

Bei einigen Testpersonen wurde dem Forscher zufolge eine „nicht unerhebliche Menge des Virus“ gefunden.

Auch andere Länder betroffen

Obwohl die Erkenntnisse neu für Dänemark sind, ist Dänemark nicht das einzige Land, in dem eine Coronainfektion auch mehrere Wochen nach einem überstandenem Krankheitsverlauf nachgewiesen werden konnte.

Ende April war dies auch bei acht Personen auf den Färöer Inseln der Fall.

Seinerzeit betonte der Landesarzt (landslæge) Lars Fodgaard Møller gegenüber DR, dass nicht davon die Rede sein könne, dass sich die betroffenen Personen erneut angesteckt hatten.

Auch Berichte aus Südkorea zeigen ein ähnliches Bild, bei dem Personen positiv auf das Coronavirus getestet wurden, die bereits zu einem früheren Zeitpunkt mit Corona infiziert waren.

Risiko erneuter Ansteckung gering

Fragt man Henrik Nielsen, leitender Oberarzt und Professor in der Abteilung für Infektionsmedizin am Aalborger Universitätskrankenhaus, gibt es allerdings keinen Grund dafür zu glauben, dass die genesenen Virusträger noch immer ansteckend sind.

„Unsere Einschätzung ist, dass das Risiko (das Gesunde ansteckend sind, Anm. d. Red.) sehr gering ist. Das zeigen uns unsere Beobachtungen, die wir während der letzten Monate gemacht haben, bei denen Personen, die wieder genesen sind, in der Praxis kein Ansteckungsrisiko in Bezug auf ihre unmittelbare Umgebung mehr gehabt haben“, sagt er.

Andernfalls aggressiverer Verlauf wahrscheinlich

Der Oberarzt verweist unter anderem auf die Richtlinien der Gesundheitsbehörde, aus denen hervorgeht, dass ein positives Ergebnis als abgestorbene Virusreste eingestuft werden soll, sofern eine Person innerhalb von acht Wochen nach der Genesung erneut positiv getestet wird, sich jedoch nicht krank fühlt.

Henrik Nielsen ist der Auffassung, dass sich die Epidemie hierzulande weit aggressiver verbreitet hätte, wenn es möglich wäre, noch nach so langer Zeit ansteckend Anderen gegenüber zu sein.

Mehr lesen

Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Eine Stimme für die Tiere“