Jagd

Wieder Jagd auf Graugänse

Wieder Jagd auf Graugänse

Wieder Jagd auf Graugänse

Kopenhagen/Hoyer/Højer
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Graugänse erkennt man am orangefarbene Schnabel, einem hellgrauen Kopf und hellen Vorderflügeln. Danmarks Jægerforbund Foto: Danmarks Jægerforbund

Angesichts rasant wachsender Graugansbestände und zunehmenden Schäden auf Agrarflächen in Dänemark beginnt die Jagd auf die großen Vögel auch dieses Jahr bereits am 1. August.

Seit Donnerstagmorgen krachten Schüsse u. a. im Bereich der bereits abgeernteten Felder des nördlichen Margrethenkooges bei Hoyer.

Auch in diesem Jahr ist die Jagd auf die dort in großen Schwärmen zur Futtersuche einfallenden Graugänse eröffnet worden, deren Bestand sich während der vergangenen Jahre in Dänemark explosionsartig vergrößert hatte. Um 1900 gab es in Dänemark nur noch 20 Brutpaare der wildlebenden Vorfahren der Hausgänse. Nachdem sich der Bestand Mitte der 1970er Jahre aufgrund der Einführung von Schonzeiten auf rund 10.000 vergrößert hatte, erreichte er in den vergangenen Jahren einen Umfang von rund 800.000.

Allerdings sind die meisten Exemplare rastende Durchzügler aus Nachbarstaaten, während der dänische Brutbestand eher bei bis zu 25.000 Tieren liegt. In Nordschleswig brüten Graugänse vor allem entlang der Ostküste, aber auch an Gewässern der Tonderner Marsch und selbst kleinen Seen im Binnenland. Aufgrund der vielen milden Winter blieben viele Graugänse ganzjährig im Land.

2018 war erstmals die Jagd auf Graugänse im Bereich von landwirtschaftlichen Nutzflächen, an Hecken und in Gräben an Feldern mit Fruchtwechsel ab 1. August statt ab 1. September erlaubt. Nicht gestattet ist die Jagd näher als 300 Meter zu Gewässern und Meeresgebieten, um andere Wasservögel vor Störungen zu schützen.

Vorausgegangen war eine Entscheidung im Wildverwaltungsrat vor dem Hintergrund zunehmender Klagen aus der Landwirtschaft über große Schäden an den Feldfrüchten durch die immer größeren Graugansschwärme, die sich vor allem von Getreidekörnern ernähren, die beim Mähen der Getreidekörner übrig geblieben sind. Aber auch Wiesen und neu angesäte Getreidefelder werden abgefressen. Ab 31. Januar haben die Graugänse Schonzeit.

Laut dänischem Jägerverband wurden in den vergangenen Jahren landesweit jährlich über 60.000 Graugänse erlegt.


Der dänische Jägerverband „Danmarks Jægerforbund“ fordert die Jäger auf, im Zuge der Erlegung von Graugänsen im August ihre Jagdausbeute genau zu registrieren, um Daten für den in Vorbereitung befindlichen internationalen Verwaltungsplan für die Gänsevögel beizusteuern.

Zahlreiche Arten wie die Nonnengänse hatten sich in den vergangenen Jahren stark vermehrt, dabei haben sie oft noch den Status schützenswerte Arten, weil sie lange im Bestand bedroht waren. Die Entscheidung zur Augustjagd auf Graugänse hat auch der dänische Vogelschutzverein DOF mitgetragen.

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