Region Süddänemark

Von vielen Unfällen erfährt die Polizei nichts

Von vielen Unfällen erfährt die Polizei nichts

Von vielen Unfällen erfährt die Polizei nichts

Esbjerg
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Foto: dpa

102 von 157 Verkehrsunfälle in der Region Süddänemark, die in den vergangenen beiden Monaten in Notaufnahmen endeten, sind der Polizei und den Kommunen laut Untersuchung nicht bekannt. Die Polizei ist überrascht und fordert die Bürger auf, alle Unfälle zu melden, um Gefahrensituationen vorbeugend zu verhindern.

Ein Zusammenarbeitsprojekt der Polizei von Südjütland und Nordschleswig und den drei Notaufnahmen in Esbjerg, Apenrade und Kolding hat gezeigt, dass es viele Verkehrsunfälle gibt, von denen Polizei und Kommune niemals etwas erfahren.

Die Polizei schreibt in einer Pressemitteilung, dass bereits im Oktober 2017 die Notaufnahmen damit begonnen haben, die Patienten zu ihren Unfällen zu befragen. Die Auswertung der vergangenen 60 Tage hat ergeben, dass insgesamt 157 Verletzte von Verkehrsunfällen in den Notaufnahmen behandelt wurden. Von diesen 157 gaben 93 bei der Befragung an, dass die Polizei nicht kontaktiert wurde, neun wussten nicht, ob die Polizei Bescheid wisse. Das bedeutet, dass von 102 der 157 Unfälle die Polizei und die Kommune nie etwas gehört haben.

Größtenteils Radfahrer

Dabei handelt es sich zum großen Teil um verletzte Fahrradfahrer, die aufgrund von glatten Straßen und Radwegen stürzen und in die Notaufnahme müssen.

Die Befragung der Patienten geschieht anonym und soll der Kommune helfen, vorbeugende Maßnahmen zu verbessern. Alle Informationen helfen dabei, ein besseres Bild davon zu bekommen, wo besondere Gefahrenstellen für die Verkehrsteilnehmer sind, schreibt die Polizei in der Mitteilung. Sie ist überrascht davon, dass so viele Unfälle ohne ihr wissen geschehen. „Obwohl wir damit gerechnet haben, dass wir neue Informationen hinzugewinnen, ist es überraschend, dass so viele Unfälle passieren, von denen wir nichts hören“, sagt Anniken Memmert von der Polizei für Südjütland und Nordschleswig. Sie weist darauf hin, dass alle Informationen, die an die Polizei weitergegebenen werden, wertvolles Wissen ist.

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