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USA will 83 Mio für Projekte in Grönland aufwenden

USA will 83 Mio für Projekte in Grönland aufwenden

USA will 83 Mio. für Projekte in Grönland aufwenden

Nuuk/Washington/Kopenhagen
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Nordlicht in Nuuk. Foto: Walter Turnowsky

Die US-Regierung sucht freundschaftliche Beziehungen zu Grönland, um sich ein Standbein in der Arktis zu sichern.

Die grönländische Regierung, Naalakkersuisut hat am Donnerstag ein Angebot der USA angenommen, $ 12,1 Millionen für Projekte in Grönland auszugeben. Das entspricht ungefähr 83 Millionen Kronen.

Die Gelder sollen vor allem für Projekte im Tourismus- und Rohstoffbereich sowie in der Bildung eingesetzt werden.

Vergangenen Sommer erregte es großes Aufsehen, als Donald Trump anbot, Grönland zu kaufen.

Das erneut steigende Interesse an Grönland besteht jedoch schon länger, und die Trump-Regierung betreibt seit ungefähr zwei Jahren eine systematische Annäherung an das Land in der Arktis, das bekanntlich Teil des Königreichs Dänemark ist.

So soll demnächst auch ein US-Konsulat in Nuuk eröffnet werden.

Für die USA geht es darum, wieder stärker in der Arktis präsent zu sein. Sowohl Russland als auch China sind verstärkt in der Arktis präsent. Die US-Regierung macht keinen Hehl daraus, dass ihr dies ein Dorn im Auge ist und man vitale Sicherheitsinteressen bedroht sieht.

Dies hat die US-Botschafterin in Kopenhagen, Carla Sands, erst vor wenigen Tagen wieder in einer Chronik in Altinget verdeutlicht.

Positive Reaktion in Nuuk

Seitens Naalakkersuisut freut man sich über das Interesse.

„Es ist positiv, dass die verstärkte Zusammenarbeit zwischen Grönland und USA sich nun in einem konkreten Resultat in Form von Geldern für Projekte in Grönland niederschlägt“, so Premier Kim Kielsen von der sozialdemokratischen Siumut-Partei in einer Stellungnahme.

Einige Politiker in Grönland sehen das US-Interesse als eine Möglichkeit, die sehr einseitige Abhängigkeit von Dänemark zu mindern.

Sorge bei Opposition

Doch in der grönländischen Opposition sieht man auch mit Skepsis auf die US-Initiative.

„Eine Hilfeleistung an einem Tag kann zu einem Schuldschein am nächsten Tag werden“, erklärt Múte Borup Egede, Vorsitzender der großen linken Oppositionspartei Inuit Ataqatigiit, gegenüber Sermitsiaq.AG.

„Und das ist eine Schuld, die uns zu Sachen verpflichten kann, die wir als Gesellschaft nicht wünschen“, sagt er mit Verweis auf die Sorge, die USA könnten mittelfristig Pläne einer Aufrüstung in der Arktis und in Grönland haben.

Die Pläne der USA haben bei Folketingspolitikern von unter anderem SF und DF Aufregung verursacht. Sie sehen die Einheit des Königreiches bedroht.

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