Verkehr

Pendelzüge über den Öresund wieder im Zehn-Minuten-Takt

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
Malmö
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Foto: René Strandbygaard/DSB

Weil Schweden intensive Grenzkontrollen eingeführt hatte, war der Bahnverkehr zwischen Kopenhagen und Malmö zwei Jahre lang eingeschränkt. Obwohl weiter kontrolliert wird, sind die Züge jetzt schneller und häufiger unterwegs.

Von Montag an soll die Zahl der Zugabfahrten über den Öresund in den Stoßzeiten deutlich erhöht werden – sogar 28 Prozent mehr Abgänge als vor Beginn der Grenzkontrollen im November 2015 soll es geben. Das gibt die Verkehrsgesellschaft Skånetrafiken laut News Øresund bekannt.

Im September bereits ist beim sogenannten „Øresundstog“ ein eingeschränkter Zehn-Minuten-Takt eingeführt worden, indem es sieben zusätzliche Abfahrten zu Stoßzeiten gab. Die dänischen DSB und die schwedische Skånetrafiken haben nun beschlossen, ab Montag, 11. Dezember, weitere 25 Abfahrten einzuplanen.

Neben der erhöhten Anzahl der Abfahrten wurde auch die Reisezeit verkürzt. Zwischen den Hauptbahnhöfen Kopenhagens und Malmös wurde die Reisezeit von 46 Minuten im September auf jetzt 39 Minuten reduziert. Dabei wird weiterhin in Hyllie bei Malmö kontrolliert. Dadurch ist die Reisezeit noch immer rund vier Minuten länger als vor Beginn der Kontrollen.

Die Reisezeit von Kopenhagen Hauptbahnhof bis Lund C ist von einst 71 bis 72 auf inzwischen 51 bis 52 Minuten reduziert worden. Den größten Unterschied hat hier ausgemacht, dass die Ausweiskontrollen am Kopenhagener Flughafen im Mai eingestellt wurden und dass der Halt in Hyllie verkürzt wurde. Zudem hält der Zug seit September nicht mehr in Malmö, berichtet Øresund News.

Dänemark und Schweden streiten um Zukunft der Pendelzüge

Wie die schwedische Tageszeitung Sydsvenskan zudem berichtet, plant Skånetrafiken, die Verantwortung für den Pendelverkehr über den Öresund in Zukunft ganz in die eigene Hand zu nehmen. Die derzeitige schwedisch-dänische Zusammenarbeit läuft im Dezember 2019 aus.

Die schwedische Seite will verhindern, dass es, wie es der Wunsch der DSB ist, danach lediglich einen Shuttle-Verkehr zwischen Kopenhagen und Malmö und Lund geben wird. Damit wollen die Dänen Verspätungen verhindern, die ihrer Ansicht nach durch die Langstrecken-Verbindungen nach Göteborg, Småland und Blekinge entstehen.

Doch die schwedische Seite hat dies bereits zurückgewiesen – denn dann müssten Zugreisende aus ganz Schweden auf dem Weg nach Kopenhagen oder zum Flughafen Kastrup im Hauptbahnhof in Malmö umsteigen – dabei wurde just mit großem finanziellen Aufwand ein Tunnel gebaut, damit nicht mehr im Hauptbahnhof umgestiegen werden muss.

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