Öl- und Gasvorkommen

Neues Solsort-Feld in der Nordsee könnte nächstes Jahr in Betrieb genommen werden

Solsort-Feld in der Nordsee könnte bald in Betrieb gehen

Solsort-Feld in der Nordsee könnte bald in Betrieb gehen

Ritzau/ml
Kopenhagen/Nordsee
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Wenn wir den Markt mit neuem Öl und Gas versorgen, hat das Auswirkungen auf das Klima, sagt ein Umweltprofessor gegenüber Ingeniøren. Foto: Tom Ingvardsen/Mærsk Olie und Gas/Ritzau Scanpix

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Die dänische Energiebehörde geht davon aus, dass die Produktion des neuen Feldes bis 2024 12 Prozent der gesamten Ölproduktion und bis zu 5 Prozent der gesamten Gasproduktion in Dänemark ausmachen könnte. Wissenschaftler warnen aber vor Auswirkungen für das Klima.

Bedeutende Mengen dänischen Erdöls und Erdgases könnten bald aus einem noch nie genutzten Ölfeld in der Nordsee kommen. Dies teilte die dänische Energieagentur am Mittwoch in einer Presseerklärung mit. Ein Plan für die Erschließung des Solsort-Feldes 250 Kilometer vor der Westküste Jütlands wurde demnach vom Vorstand genehmigt.

Nach Angaben des Medienunternehmens „EnergiWatch“ wäre es das erste Mal seit 2017, dass Dänemark ein neues Ölfeld in Betrieb nimmt. Die dänische Energiebehörde geht davon aus, dass die Produktion des neuen Feldes bis 2024 12 Prozent der gesamten Ölproduktion und bis zu 5 Prozent der gesamten Gasproduktion in Dänemark ausmachen könnte.

Das hat Auswirkungen auf das Klima

Lars Gårn Hansen, Professor für Umweltökonomie an der Universität Kopenhagen, erklärt gegenüber der Fachzeitschrift „Ingeniøren“, dass es von Vorteil ist, wenn das Feld bei der angespannten Versorgungslage helfen kann. Er warnt aber auch: „Wenn wir den Markt mit neuem Öl und Gas versorgen, hat das Auswirkungen auf das Klima.“

Der Betreiber „Ineos“ hat den Erweiterungsplan bei der dänischen Energiebehörde eingereicht. Nach Angaben von „EnergiWatch“ muss der Plan nun auch von „Ineos“ endgültig genehmigt werden.

Das Öl in dem zu erschließenden Teil des Solsort-Feldes befindet sich in einer Sandsteinschicht in einer Tiefe von etwa 3.000 Metern.

Auch eine Frage von Abhängigkeiten

Die europäische Energieversorgung steht derzeit unter starkem Druck – unter anderem wegen der starken Spannungen zwischen Russland und dem Westen. Die Gaspipeline „Nord Stream 1“ ist seit rund drei Wochen geschlossen, und viele EU-Länder haben Probleme wegen der steigenden Energiepreise.

Im Jahr 2021 stimmte das dänische Parlament dafür, die gesamte Öl- und Gasförderung in der Nordsee bis 2050 einzustellen.

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