Energie

Netzbetreiber sichert Stromversorgung

Volker Heesch
Volker Heesch Hauptredaktion
Fredericia
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Foto: Vestas

Netzbetreiber Energinet.dk will mit strategischer Reserve eine Umstellung auf Windstrom absichern. Bei der aktuellen Flautenperiode wird Dänemark vor allem durch große Mengen Strom aus Norwegen versorgt.

Das sehr warme und überwiegend windarme Wetter der vergangenen Wochen mit geringer Produktion der Windkraftanlagen hat in Dänemark Fragen zur Versorgungssicherheit angesichts der fortschreitenden Umstellung des Stromversorgung auf erneuerbare Energieqiellen bei gleichzeitiger Stilllegung von Kohlekraftwerken aufgeworfen. Es gab auch Spitzenwerte bei der Einspeisung von Strom aus Solarstromanlagen – allerdings nur während des Tages.

Der staatliche Netzbetreiber Energinet.dk hat bei der EU-Kommission einen Antrag gestellt, der dem Unternehmen die Erlaubnis verschaffen soll, dass man sich „strategische Reserven“ zur Sicherstellung der Stromversorgung kaufen darf. Laut Energinet.dk könnte die strategiche Reserve, die bei Ausbleiben von Windkraftstrom oder unzureichender Einspeisung von Strom aus Nachbarländern erforderlich sein könnte, mit der Sicherung von Kapazität von „Backup-Kraftwerken“ oder auch Verträgen verbunden sein, dass Stromverbraucher ihre Geräte abschalten, um die Netzstabilität zu sichern.

Vorübergehende strategische Reserve erforderlich

Laut Energinet.dk ist derzeit nur eine vorübergehende strategische Reserve erforderlich, bis der Meereswindpark Kriegers Flak mit einer zusätzlichen Stromverbindung ins deutsche Versorgungsnetz im Jahre 2021 zur Verfügung steht.

Die Zeitschrift Ingeniøren berichtet, dass es neben dem vorübergehenden Reservebedarf vor allem in Ostjütland auch Probleme bei der Sicherstellung der Versorgung auf Seeland und den angrenzenden Inseln gibt. Allerdings vor allem nach 2025. Der Bedarf bei „Standby-Kraftwerken“ steige auch, weil zahlreiche dezentrale Kraft-Wärme-Werke im Zuge der Umstellung auf Biomasse-Befeuerung die Stromproduktion eingestellt haben.

Bei der aktuellen Flautenperiode wird Dänemark vor allem durch große Mengen Strom aus Norwegen versorgt. Die Energie aus Wasserkraftwerken wird durch die Skagerakkabel nach Dänemark geleitet.

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