Soziale Brennpunkte

Horsens: Bis zu 1.000 Bürger sollen umgesiedelt werden

Horsens: Bis zu 1.000 Bürger sollen umgesiedelt werden

Horsens: Bis zu 1.000 Bürger sollen umgesiedelt werden

ritzau/swa
Horsens
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Wird offiziell als „Ghetto“ bezeichnet: Das Wohngebiet Sundparken in Horsens. Foto: Mads Hansen/Ritzau Scanpix

Das dicht bebaute Wohngebiet Sundparken in Horsens könnte bald erhebliche Lücken aufweisen: 333 Wohnungen sollen abgerissen werden, weil das Wohngebiet auf der sogenannten „Ghetto-Liste“ steht.

Hunderte von Wohnungen werden in Horsens abgerissen, wenn die Pläne des Folketings zu sogenannten Ghetto-Wohngegenden in Kraft treten. Konkret handelt es sich um 333 Wohnungen im Wohngebiet Sundparken. In dem Fall müssten bis zu 1.000 Menschen eine neue Wohnung finden. Diesen Vorschlag hat eine Arbeitsgruppe der Kommune am Freitag veröffentlicht.

Der Vorschlag des Folketings, Wohngegenden mit auffallend vielen sozialen Herausforderungen wie Arbeitslosigkeit oder Integration aufzubrechen und sozial zu durchmischen, befindet sich derzeit auf dem Weg zum Gesetz. Dem Entwurf nach sollen sich höchstens 40 Prozent Sozialwohnungen in einem Wohnblock befinden, der vier Jahre lang auf der sogenannten Ghetto-Liste stand. Die Kommune Aarhus hat bereits mitgeteilt, 12 Wohnblöcke mit 900 Wohnungen abzureißen, um der Forderung nachkommen zu können.

Eine „unmögliche Aufgabe“

Michael Meldgaard, Direktor der Wohngesellschaft Odingaard, die auch den Sundparken in Horsens verwaltet, sieht bei Durchführung der Pläne große Herausforderungen auf alle Beteiligten zukommen. „Es ist eine unmögliche Aufgabe, all diese Menschen neu anzusiedeln“, so Meldgaard zu DR P4. Es gehe immerhin um rund 1.000 Menschen und es gebe schlichtweg keine freien Wohnungen in Horsens. „Ein ganzer Teil dieser Menschen hat schon vorweg Herausforderungen genug. Dass sie sich nun auch damit rumschlagen müssen, ob sie hier sein können oder nicht, empfinde ich als zutiefst unanständig“, so der Direktor von Odingaard.

Cecilie Nørgaard hingegen unterstützt die Pläne von Regierung und Kommune. Sie lebt seit einem Jahr im Sundparken. „Ich freue mich auf das neue Projekt. Dass hier mehr Ruhe einkehrt und die jungen Menschen unter Kontrolle gebracht werden“, sagt die Anwohnerin zu P4 Østjylland.

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