Umwelt & Natur

Grundwasser: Zwei von drei Proben weisen Pestizide auf

Grundwasser: Zwei von drei Proben weisen Pestizide auf

Grundwasser: Zwei von drei Proben weisen Pestizide auf

jt
Kopenhagen
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Foto: Imani/Unsplash

Laut einer neuen Studie ist innerhalb eines Jahres die Zahl der Wasserproben, die Pestizide im Grundwasser nachweisen, deutlich gestiegen. Neue Testmethoden sind unter anderem ein Grund hierfür, meint ein Experte.

In 63 Prozent der im vergangenen Jahr entnommenen Wasserproben des dänischen Grundwassers durch die Forschungsinstitution Geus wurden eindeutig Pestizidreste nachgewiesen. Jede Vierte davon (rund 26 Prozent) überschritt dabei den Grenzwert von 0,1 Mikrogramm per Liter Wasser. Das berichtet die Fachzeitung „Ingeniøren“ anhand einer neuen Geus-Studie.

Die Verschmutzung des Grundwassers hat demnach einen gewaltigen Sprung nach oben gemacht. 2017 wurden lediglich Pestizide in 33 Prozent der Proben nachgewiesen, während jede zehnte den Grenzwert überschritt.

„Wir wussten schon, dass wir bei den jüngsten Proben eine steigende Zahl an Pestiziden und Grenzwert-Überschreitungen finden würden. Aber nicht, wie viele“, erklärt der Geus-Geologe, Claus Kjøller gegenüber „Ingeniøren“. Der Grund für die steigende Zahl liegt in erster Linie bei dem Testprogramm, das verbessert wurde und nun mehr Stoffe nachweisen kann.

Vorherige Proben waren nicht korrekt

Deshalb kann man laut Kjøller nicht sagen, dass die Verschmutzung des Grundwassers zugenommen hat, sondern eher, dass „die vorherigen Proben nicht korrekt waren“, sagt er.

Die Organisation der Wasserwerke (Danva) reagiert bestürzt auf die neue Geus-Studie. Viele Wasserbohrungen hätten aufgrund von Pestizid-Funden schon eingestellt werden müssen, erklärt der Danva-Berater Claus Vangsgaard. „Nun wird es in Zukunft noch schwerer, eine Stelle für eine neue Bohrung zu finden, wo das Grundwasser nicht auch verschmutzt ist“, sagt er.

Ihm zufolge könne es an einigen Stellen im Land notwendig werden, das Wasser zu reinigen. „Doch das ist nicht der Weg, den wir einschlagen wollen. Das gehört nicht in den Bereich der modernen Umweltpolitik. Schon gar nicht, wenn die Verbraucher im Endeffekt Wasser in Flaschen kaufen“, unterstreicht er.

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