Umwelt & Natur

Glyphosat im Grundwasser unter Städten

Glyphosat im Grundwasser unter Städten

Glyphosat im Grundwasser unter Städten

Kopenhagen
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Der Wirkstoff Glyphosat im Fabrikat Roundup steht unter dem Verdacht, Krebs auszulösen. Foto: Morten Rasmussen/Biofoto/Ritzau Scanpix

Geologe des Naturschutzverbandes Danmarks Naturfredningsforening fordert Sofortverbot auf festen Flächen

Seit Jahren wird über ein Verbot des Pflanzenvernichtungsmittels Glyphosat gestritten. Der Wirkstoff im Fabrikat Roundup steht unter dem Verdacht, Krebs auszulösen. Jetzt berichtet der Geologe und Grundwasserexperte des dänischen Naturschutzverbandes Danmarks Naturfredningsforening, Walter Brüsch, dass das Grundwasser im Bereich von Städten und Dörfern in Dänemark am stärksten mit Glyphosat und dessen Abbauprodukten belastet ist.

Bestätigt wird die Annahme durch die Grundwasseranalysen des staatlichen geologischen Institutes für Dänemark und Grønland (GEUS), das seit Jahrzehnten landesweit die Grundwasserbelastung prüft und dokumentiert.

Verschmutzungsquelle Siedlungsgebiete

Brüsch sieht als Ursache der erhöhten Belastung des Grundwassers durch Glyphosat in Siedlungsgebieten die starke Verwendung des Pflanzenvernichters in Gärten und Flächen rund um Gebäude. Auch seien früher öffentliche Flächen mit der Chemikalie bearbeitet worden. Brüsch geht davon aus, dass in den Siedlungsbereichen, besonders auf festem Untergrund, Glyphosat viel stärker ausgeschwemmt wird als auf Agrarflächen. Ein rasches Anwendungsverbot in Gärten und auf öffentlichen Flächen sei deshalb sehr sinnvoll.

Von Asphaltflächen, Pflasterungen auf Parkplätzen , aber auch von Auffahrten und Terrassen wird nach Angaben des Geologen der Pflanzenvernichter bei Regen fortgespült und kann leicht direkt in Schichten mit Grundwasser gelangen.

In Deutschland ist es seit langem verboten, Glyphosat auf festen Belägen einzusetzen, weil der Wirkstoff dort oft gar nicht, wie gewünscht, Pflanzen abtötet, sondern bei Regen fortgespült wird.

Ein rasches Verbot des Glyphosateinsatzes in privaten Gärten und auf öffentlichen Flächen würde auch dem Wasserschutz dienen parallel zum aktuellen Vorhaben, die Schutzzonen mit Pestizidverbot rund um Trinkwasserbrunnen zu erweitern.

Viele der Wasserwerksbrunnen liegen in Ortsbereichen, wo Gartenbesitzer und Unkrautvernichter auf Plätzen und Wegen eine Gefahr darstellen, das Wasser zu verunreinigen.

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