Wissenschaft

Forscher werfen einen Blick ins Innere

Helge Möller
Helge Möller Journalist
Kopenhagen
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Foto: Picture Alliance/dpa

Der Planet Jupiter ist, obwohl nur aus Gas bestehend, ein echter Brocken mit einem merkwürdigen Magnetfeld. Eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern mit dänischer Beteiligung hat ein Modell erstellt, das Jupiters Magnetfeld erklärt.

Der Jupiter ist riesig und schwer aber doch nur aus Gas. Er wiegt in etwa das 3200-fache der Erde und er hat, obwohl nur aus Gas bestehend, ein Magnetfeld – sogar bis zu 20 Mal stärker als das der Erde. Forscher der Harvard Universität, der NASA und Dänemarks Technischer Universität (DTU) haben nun das äußere Magnetfeld des Jupiters kartiert und ein Modell erarbeitet, das erklärt, warum dieses Magnetfeld so ungewöhnlich ist. Das berichtet videnskab.dk.

Im Süden ähnele es ein wenig dem der Erde, der andere Teil sei vollkommen anders, so John Leif Jørgensen von DTU Space und an der Studie beteiligt, die im angesehenen Fachblatt Nature veröffentlicht wurde und auf Daten basiert, die der Satellit JUNO 2016 lieferte.

In Videnskab.dk erklärt Jørgensen: „Jupiter hat in der Nähe des Äquators einen extra Südpol und noch schlimmer: Einen richtigen Nordpol hat er nicht.“ Dieser sei langgestreckt und weit entfernt von dem, was wir von der Erde kennen würden, so Jørgensen. Zudem verhalte sich dieses Magnetfeld ganz anders, als wir es gewohnt seien.

Auf der Erde, so die allgemeine Vorstellung, sorgt die Rotation und das Zusammenspiel des eisenreichen flüssigen äußeren und festen inneren Kern dafür, dass ein Magnetfeld entsteht, eine Art Dynamo. Der Dynamo des Jupiters soll Jørgensen zufolge aus mehreren Lagen bestehen, Jupiters Kern ist von einer Lage metallischen Wasserstoff umgeben, der unvorstellbare Druck dort macht dies möglich, dort entsteht das Magnetfeld durch Konvektionsströmungen, eine andere Schicht darüber stört das Feld und schafft den Extrasüdpol und den flächigen Nordpol.

Die Wissenschaftler denken, dass die Sonne und der Jupiter unser Sonnensystem geschaffen haben. Da es nicht möglich ist, in die Nähe der Sonne zu gelangen, untersuchen Wissenschaftler den Jupiter. Mit dem neuen Magnetfeldmodell könnten neue Erkenntnisse über das Zusammenspiel von Erde und Sonne gewonnen werden.

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