Umwelt und Natur

Experten: Dänemark sollte sich besser für das Wattenmeer einsetzen

Experten: Dänemark sollte sich besser für das Wattenmeer einsetzen

Experten: Dänemark sollte sich besser für das Wattenmeer einsetzen

Jon Thulstrup
Jon Thulstrup Online-Redaktion
Aarhus
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Foto: Volker Heesch

Der dänische Staat wird von mehreren Naturexperten kritisiert. Das Land investiere zu wenig Ressourcen in die Überwachung der einzigartigen Natur des Wattenmeeres, meinen sie.

Dänemark ist stolz auf sein Wattenmeer, das zum UNESCO Weltnaturerbe gehört. Doch die Dänen passen nicht genügend darauf auf, kritisieren mehrere Fachleute, berichtet der Nachrichtensender DR Syd.

Karsten Laursen, Seniorforscher a.D. an der Uni Aarhus, hat die Natur des Wattenmeeres lange erforscht. Er meint, dass Dänemark nicht genug für die Überwachung vom Tierleben im Wattenmeer tut. Insbesondere der Fischbestand sollte besser überwacht werden. „Anders als in Deutschland und den Niederlanden darf man im dänischen Wattenmeer nicht fischen, wodurch wir hier sehen könnten, wie das Fischen sich auf das Tierleben im Wattenmeer auswirkt“, sagt Laursen zu DR Syd.

Deutschland, die Niederlande und Dänemark haben sich dazu verpflichtet, das Wattenmeer zu schützen. 2009 wurden die Länder damit beauftragt, den Fischbestand zu kontrollieren, doch diese Aufgabe hat Dänemark bisher nicht gelöst – und das ärgert Laursen. „Das deutet auf ein mangelndes Interesse von dänischer Seite hin“, kritisiert er.

Brutvögel und Muscheln werden nicht überwacht

Auch der Bestand von Brutvögeln und Muscheln werde auf der dänischen Seite des Wattenmeeres nicht überwacht. „Dänemark war in den vergangenen Jahren das schwächste Glied in der Zusammenarbeit der Wattenmeerländer. Es ist schlecht, dass Dänemark nicht genauso viel für den Naturschutz wie die anderen Länder tut“, sagt das Vorstandsmitglied im ornithologischen Verein, Marco Brodde. Er weist darauf hin, dass auf der Nordseite der Wattenmeerinsel Fanø Herzmuscheln gefischt werden dürfen. Seitdem ist der Bestand an Austernfischern um 75 Prozent gesunken, schätzt er.

„Das Muschelnfischen hat große negative Folgen und wir brauchen mehr Überwachung. Wenn wir nicht verstehen, wie die Natur funktioniert, dann handeln wir im Blinden“, sagt Brodde.

Die dänische Umweltbehörde weist jegliche Anschuldigungen zurück. Der Vize-Direktor der Behörde, Hans Christian Karsten, meint nicht, dass Dänemark im Wattenmeer das Nachsehen gegenüber Deutschland und den Niederlanden hat. „Natürlich haben alle drei Länder verschiedene Vorgehensweisen bezüglich des Naturschutzes. In Dänemark legen wir besonders Wert darauf, die lokalen Kommunen und Organisationen in die Entscheidungsabläufe zu integrieren“, sagt Karsten zu DR Syd.

Er unterstreicht, dass man in der Behörde bisher keine Pläne zur Ausweitung der Naturüberwachung im Wattenmeer habe. Die Umweltbehörde versuche, mit dem zur Verfügung gestellten Geld so viel wie möglich zu unternehmen.

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