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Dänische Forscher machen Schizophrenie-Patienten Hoffnung

Dänische Forscher machen Schizophrenie-Patienten Hoffnung

Dänische Forscher machen Schizophrenie-Patienten Hoffnung

cvt
Kopenhagen
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Gute Nachrichten für Schizophrenie-Patienten. Foto: Brooke Cagle/Unsplash

Neue dänische Forschungsergebnisse zeigen, dass Schizophrenie ihre Ursache in bestimmten beschädigten Gehirnzellen haben könnte. Wissenschaftler testen auf Grundlage dieser Erkenntnisse jetzt bereits zugelassene Wirkstoffe, die den Patienten helfen sollen.

Neue dänische Forschungsergebnisse zeigen, dass Schizophrenie ihre Ursache in bestimmten beschädigten Gehirnzellen haben könnte. Wissenschaftler testen auf Grundlage dieser Erkenntnisse jetzt bereits zugelassene Wirkstoffe, die den Patienten helfen sollen.

Forscher der Universität Kopenhagen haben einen Zusammenhang zwischen Schizophrenie und Schäden an ganz speziellen Hirnzellen, die die Kommunikation zwischen Neuronen steuern, nachgewiesen. Wie videnskab.dk berichtet, sind sie so einer möglichen Heilung des Leidens näher gekommen.

Wenn die sogenannten Gliazellen sich durch verschiedene genetische Defekte nicht richtig entwickeln, kann das zu Schizophrenie führen, zeigt die Studie. „Und es gibt bereits genehmigte Wirkstoffe, die gegen die Zellendefekte wirken, die wir identifiziert haben und diese testen wir jetzt als mögliche Kandidaten für die Behandlung gegen die Erkrankung“, sagt Steven A. Goldman vom Center for Basic Translational Neuroscience an der Uni Kopenhagen.

Mäuse wurden mit menschlichen Hirnzellen versehen

In ihrer Studie haben die Forscher um Professor Goldman Mäuse entwickelt, die Maus-Neuronen, aber menschliche Gliazellen haben. Letztere wurden den Tieren transplantiert, als sie Jungtiere waren. Einige der Tiere bekamen Gliazellen von Schizophrenie-Patienten mit verschiedenen genetischen Defekten transplantiert, andere solche von Patienten ohne Schizophrenie-Diagnose.

Es zeigte sich, dass die Mäuse mit den transplantierten Zellen von Schizophrenie-Patienten deutlich nervöser waren, sich asozial verhielten und ängstlich waren.

Das Rätsel Schizophrenie ist noch längst nicht gelöst

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg, Schizophrenie zu verstehen, sei gemacht, sagt die Spezialistin Mette Ødegaard Nielsen vom Zentrum für neuropsychiatrische Schizophrenieforschung am Klinikum Glostrup. Sie hat an der Studie nicht teilgenommen, den Bericht jedoch gelesen. „Die Studie macht Hoffnung auf neue Behandlungsmöglichkeiten für unsere Patienten. Durch das neue Wissen über die Rolle der Gliazellen können neue, auf diesen Defekt zielgerichtete Behandlungsmethoden entwickelt werden. Als Klinikerin kann ich da nur Beifall klatschen, weil ein Teil unserer Patienten nur wenig oder gar keinen Nutzen aus den bisherigen medizinischen Behandlungen ziehen“, so Nielsen zu videnskab.dk.

Sie unterstreicht jedoch auch, dass die Diagnose Schizophrenie vermutlich unterschiedliche Krankheitsmechanismen abdeckt und dass die Entdeckung deshalb vermutlich nicht allen Patienten helfen können wird.

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