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Coronavirus: EU erhöht Risikostufe

Coronavirus: EU erhöht Risikostufe

Coronavirus: EU erhöht Risikostufe

ritzau/gn
Kopenhagen/København
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Die Symptome des Coronavirus Foto: Martin Sylvest/Ritzau Scanpix

Vier dänische Bürger sind nun positiv auf den Erreger getestet worden. Die Bewertung des Coronavirus-Risikos der EU wurde mittlerweile für EU-Bürger von „moderat” auf „moderat bis hoch” angehoben, sagte die EU-Kommissionspräsidentin, Ursula von der Leyen, am Montag.

In Dänemark sind nun vier Coronavirus-Fälle registriert. Das gab die Behörde für Patientensicherheit am Sonntag bekannt. Die infizierte Person hatte Kontakt zu dem Skifahrer, der in Woche 7 in Norditalien gewesen war.

Wie in den anderen Fällen bekämpfen die Gesundheitsbehörden den Coronavirus durch die Isolation infizierter Patienten. Diese sind typisch zu Hause für zwei Wochen in Quarantäne.

122 gesunde Personen in Quarantäne

Im Augenblick befinden sich außerdem 122 gesunde Personen sicherheitshalber in Isolation. 108 davon haben eine Verbindung zu den vier Corona-Patienten. Die übrigen 14 haben Kontakt zu erkrankten Personen im Ausland gehabt. Alle vier Corona-Fälle sind auf den Corona-Ausbruch in Norditalien zurückzuführen. Dies teilte die Behörde für Patientensicherheit am Montagmorgen mit.

In Schleswig-Holstein sind derzeit drei Coronavirus-Fälle festgestellt worden.

Behörde: Eine halbe Million Infizierte

Die dänische Gesundheitsbehörde, Sundhedsstyrelsen, geht davon aus, dass 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung infiziert werden könnten. Das sind bis zu einer halben Million Menschen. Dabei werden 80 Prozent der Infizierten keine ärztliche Hilfe benötigen.

Damit ist die dänische Gesundheitsbehörde optimistischer als die Kollegen in Norwegen, wo man davon ausgeht, dass bis zu 25 Prozent der Bevölkerung infiziert werden könnten.

Laut dem Chef der Gesundheitsbehörde, Søren Brostrøm, stützt seine Behörde ihre Annahme auf die Geschehnisse auf dem Kreuzfahrtschiff Diamond Princess. Obwohl hier auf engem Raum viele infiziert wurden, waren es am Ende „nur" 20 Prozent.

Die EU erhöht die Risikobewertung für Coronainfektion

Die Bewertung des Coronavirus-Risikos der EU wurde für EU-Bürger von „moderat“ auf „moderat bis hoch“ angehoben, teilte die EU-Kommissionspräsidentin, Ursula von der Leyen, am Montag mit. Gleichzeitig wird das Krisenmanagement in der EU gestärkt.

„Das mit einer Covid-19-Infektion verbundene Risiko für Menschen in der EU und im Vereinigten Königreich wird derzeit auf ein mittleres bis hohes Risiko geschätzt“, schreibt das Europäische Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC).

Fünf EU-Kommissare werden mit der Koordinierung des Krisenmanagements beauftragt. In diesem Team sind die Kommissare für Gesundheit, Finanzen und Verkehr.

Keine Grenzkontrollen aufgrund des Virus

Zum Krisenteam gehört auch die Flüchtlingskommissarin Ylva Johansson, deren Aufgabe es ist, zu überwachen, ob Länder an den Grenzen Maßnahmen ergreifen. „Bisher haben keine Mitgliedstaaten angekündigt, wegen des Virus Grenzkontrollen einzuführen“, sagt Johansson. Die Europäische Kommission hat am Montag eine Website mit detaillierten Informationen zu Viren, Verbreitung und Prävention gestartet.

18 EU-Länder betroffen

2100 Menschen sind in 18 EU-Ländern mit dem Coronavirus infiziert. 38 EU-Bürger sind durch das von China nach Europa verbreitete Viren ums Leben gekommen. „Wir haben eine sehr komplexe Situation. Es erfordert sowohl sehr schnelles Handeln als auch eine starke Koordination“, sagte von der Leyen. Italien ist immer noch am schlimmsten betroffen. In Norditalien wurden mehrere Dänen infiziert. „Italien befindet sich in einer anderen Situation als die anderen Mitgliedstaaten“, sagt EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakidou.

Gemeinsame Herausforderung

Eine umfassende und gemeinsame Bewältigung der Herausforderung sei entscheidend, sagten mehrere Kommissare auf einer Pressekonferenz im EU-Krisenmanagementzentrum. Nach der neuesten ECDC-Bewertung entwickeln 80 Prozent der Infizierten leichte Symptome. 14 Prozent haben schwerwiegendere Folgen. In 6 Prozent der Fälle kommt es zu einer kritischen Erkrankung.

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