April April

Die Aprilscherze der Medien und Politiker

Die Aprilscherze der Medien und Politiker

Die Aprilscherze der Medien und Politiker

ritzau/gn
Kopenhagen
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Tivoli ist immer ein beliebtes Aprilscherz-Thema. Foto: Tivoli

April, April – womit dänische Medien ihre Leser reinlegten. Keine Aprilscherze im Nordschleswiger.

April, April. Mehrere dänische Medien haben am Montag, 1. April, versucht ihre Leser reinzulegen.

Die Zeitung B.T. schreibt in ihrer Montagsausgabe, dass das Tivoli in Kopenhagen nicht nur ein Vergnügungspark für Kinder und Erwachsene sein soll, sondern auch für Hunde. Bereits am 4. April solle die erste Hunde-Attraktion öffnen.

Ekstra-Bladet bringt nach dem missglückten Radio24syv-Interview mit Ghita Nørby nun eine Geschichte darüber, dass die dänische Schauspielerin ein eigenes Radioprogramm bei DR P1 „Danske Divaer" gemeinsam mit Malene Schwartz bekommen solle.

Berlingske Tidende schreibt, dass das traditionelle Volkstreffen „Folkemøde" von Bornholm auf die umstrittene Flüchtlings-Insel Lindholm umziehen soll.

Und schließlich bringt Politiken die Geschichte, dass die Dänische Volkspartei das Nationalbank-Gebäude abreißen lassen will, weil der Bauhaus-Stil die Mittelalterstädte des Landes verdorben habe. Stattdessen solle ein neues Gebäude im Barockstil aufgebaut werden.

Politiker: Heringszaun in der Nordsee

Auch Politiker haben sich heute Aprilscherze erlaubt. Fischereiministerin Eva Kjer Hansen (Venstre) hat eine Lösung, falls Brexit den dänischen Fischern das Fischen in britischen Gewässern verbietet. Damit der Hering auf dänischer Seite bleibt, schlägt sie einen Heringszaun in der Nordsee vor.

SF hat auch einen Brexit-Scherz: der frühere Parteiboss Holger K. Nielsen soll Berater für die Briten in der Brexit-Frage werden. Nach dem Motto: „Hvis Holger ikke skal ku, hvem skulle så ku?" (Wenn Holger es nicht hinbekommt, wer sollte es dann hinbekommen?).

Landwirtschafts- und Nahrungsmittelminister Jakob Elllemann-Jensen (Venstre), hat den Kampf gegen Rosinen in Kuchen und Gebäck angesagt. "Es koste viel zu viele Ressourcen, dass die Mitarbeiter in den Kindergärten und Pflegeheimen jeden Tag die Rosinen aus den Kuchen picken müssten. Er strebe jetzt ein totales Verbot von Rosinen in Kuchen an.

Auf der Insel Samsø möchte man einen noch höheren Turm bauen, als der geplante Bestseller-Turm in Brande (320 Meter). 350 Meter soll der Turm auf der Insel werden – finanziert von den Vereinten Arabischen Emiraten.

Ein Unternehmen, das kostenlose Babypakete verteilt, versuchte sich mit folgenden Werbe-Scherzen: zum einen sollen Kinderkrippen in den Unternehmen in Zukunft Pflicht sein, zum anderen sollen gestresste Eltern ihre Kinder in der Woche in Rund-Um-die-Uhr-Kindergärten abgeben können. Sonnabends müssten die Eltern ihre Kinder abholen, um sie dann sonntags wieder abzugeben.

Und die Fußball-Webseite bold.dk schreibt schließlich, dass das Pokalfinale im Fußball nicht in Kopenhagen stattfinden wird, sondern im schwedischen Malmö, weil im Parken stattdessen Speedway gefahren wird.

Keine Aprilscherze im Nordschleswiger

Beim „Nordschleswiger“ machen wir seit fünf Jahren keine Aprilscherze. Chefredakteur Gwyn Nissen erklärte im Newsletter warum:

„Nicht weil wir keinen Humor haben, sondern weil heute viele verrückte Dinge passieren. Wenn wir am 1. April schreiben würden, dass die Bildungsstätte Knivsberg dichtmacht, was hättest du gedacht: natürlich ein Aprilscherz. Vor zwei Jahren aber schrieb „Flensborg Avis“ auf seiner Titelseite, dass Christianslyst schließt. Das ist das Knivsberg der dänischen Minderheit. Mein erster Gedanke: ein Aprilscherz. War es aber nicht.
Ich habe nichts gegen Aprilscherze und lasse mich gerne reinlegen, aber in einer Welt mit verrückten Nachrichten und Fake News, bin ich der Meinung, dass Aprilscherze nichts mehr in den Medien zu suchen haben. Schreib mir doch einfach, wenn du anderer Meinung bist." gn@nordschleswiger.dk

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