Landwirtschaft

Zu geringe Einnahmen: Bio-Eier-Betriebe in der Krise

Zu geringe Einnahmen: Bio-Eier-Betriebe in der Krise

Zu geringe Einnahmen: Bio-Eier-Betriebe in der Krise

Kopenhagen/Apenrade
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Eier
Dänemark ist in großem Stil von Eiern aus Käfighaltung zu Eiern aus Boden- und Freilandhaltung und auf Bio-Eier umgestiegen. Doch für das große Angebot an Ökoware gibt es nicht genug Käuferinnen und Käufer (Archivfoto). Foto: Helloimnik/Unsplash.com

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Auch der Osterhase hat nichts daran geändert: Obschon die Menschen in Dänemark vergleichsweise viele Eier aus ökologischer Produktion kaufen, steckt die Branche in Schwierigkeiten. Mitschuldig ist ausgerechnet das Aus der Käfighaltung. Probleme gibt es auch in Deutschland.

Die Krise im Bio-Eiersektor ist „sehr, sehr groß“, sagt der Vorsitzende des Ausschusses für Eier und Geflügel beim dänischen Bio-Bauernverband Økologisk Landsforening.

Jedes dritte in Dänemark verkaufte Ei ist biologisch. Das ist auf Augenhöhe mit Österreich und der Schweiz – und ein ungefähr doppelt so hoher Anteil wie in Deutschland. Doch bald schon könnte diese Zahl aus ökologischer Sicht wieder deutlich schlechter aussehen, heißt es aus der Branche.

Ex-Käfighaltung-Betriebe machen sich gegenseitig Konkurrenz

Lars Bredahl, Vorsitzender des Ausschusses für Eier und Geflügel des dänischen Bio-Bauernverbandes sagt dem Branchenblatt „LandbrugsAvisen“: „Das Hauptproblem besteht darin, dass die Geschäfte in der ökologischen Eierproduktion im Moment wirklich schlecht laufen.“

Vergangene Woche hat ein großer Bio-Eierproduzent das Handtuch geworfen und Konkurs angemeldet. Der Vorsitzende befürchtet jedoch, dass es nur die Spitze des Eisbergs ist, die wir bisher gesehen haben.

Laut Bredahl haben die Probleme vor fünf oder sechs Jahren begonnen, als die Produktion von Käfigeiern ausgeschlichen wurde.

Dies veranlasste mehrere Betriebe dazu, auf Ökologie umzusteigen. Und infolgedessen gibt es jetzt eine Überproduktion von Bio-Eiern.

In Dänemark kaufen vergleichsweise viele Kundinnen und Kunden Bio-Eier. Doch ihr Anteil reicht nicht, um die gestiegene Produktion zu decken (Archivfoto). Foto: Henning Bagger/Ritzau Scanpix

Die Preise sinken und die Futtermittel werden knapp

Diese Überproduktion hat zu einem Rückgang der Eierpreise um 10 bis 15 Prozent geführt. Gleichzeitig hat der Krieg in der Ukraine zu einem erheblichen Anstieg der Preise geführt, die die Landwirte für Futtermittel für ihre Tiere zahlen.

„Die Summe der beiden Dinge – dass wir nicht den richtigen Preis für die Eier bekommen und gleichzeitig einen viel höheren Preis für das Futter bezahlen müssen – setzt die Menschen natürlich unter Druck. Und die Rechnung wird bis zu den Produzenten durchgereicht“, sagt Lars Bredahl.

Krise auch in Deutschland

Bei Seges – einer Forschungs- und Entwicklungsorganisation für den Agrar- und Lebensmittelsektor – sieht Chefökonom Klaus Kaiser große Herausforderungen für die Branche. „Die Geflügelerzeuger stehen wegen der steigenden Kosten unter großem Druck. Vor allem die Eierproduzenten, denn die Eierpreise haben sich kaum bewegt, während die Futtermittel- und Strompreise stark gestiegen sind“, erklärt er gegenüber „LandbrugsAvisen“.

Er fügt hinzu, dass die Biobauern noch stärker gefordert sind, weil sie wegen der Vogelgrippe ihre Tiere im Stall halten mussten.

Auch in Deutschland bahnt sich eine Krise an. Wie der „NDR“ berichtet, beziehen viele Bio-Betriebe ihr gentechnikfreies Futter aus der Ukraine – und andere Lieferanten gebe es nicht. Die gestiegenen Kosten haben in Deutschland zu gestiegenen Preisen für Bio-Eier in den Supermarktregalen geführt, was wiederum zu geringeren Verkaufszahlen führt.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Das Gute und das Böse“