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Windbranche: Warum Stellen in der Energiekrise abgebaut werden

Windbranche: Warum Stellen in der Energiekrise abgebaut werden

Windbranche: Warum Jobs in der Energiekrise abgebaut werden

Ritzau/ket
Kopenhagen
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Siemens Gamesa baut 800 Arbeitsplätze in Dänemark ab. Foto: Vincent West/Reuters

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Siemens Gamesa baut weltweit 2.900 Stellen ab und das in Zeiten einer Energiekrise. Wie das zusammenpasst, erklärt Jacob Pedersen, Leiter der Aktienanalyse bei der Sydbank.

Die Politik sollte die Errichtung von Windkraftanlagen erleichtern und beschleunigen, wenn die Windkraftindustrie – und der grüne Wandel – Fahrt aufnehmen sollen, findet Jacob Pedersen, Leiter der Aktienanalyse bei der Sydbank.

„Man sollte dafür sorgen, dass es weniger Instanzen gibt. Und dass die Genehmigungen schneller gehen, wenn neue Windkraftanlagen gebaut werden sollen“, sagt er.

800 Arbeitsplätze werden in Dänemark abgebaut

Am Donnerstag gab der Windturbinenhersteller Siemens Gamesa bekannt, dass das Unternehmen weltweit 2.900 Stellen streichen wird. Dazu gehören 800 Arbeitsplätze in Dänemark.

Dass ein Windturbinenhersteller so viele Arbeitsplätze abbaut, während unter anderem Dänemark plant, eine große Anzahl von Windturbinen zu installieren, mag rätselhaft erscheinen.

Die Erklärung dafür, so Jacob Pedersen, ist, dass es zu schwierig und zeitaufwendig ist, in Dänemark Windkraftanlagen zu installieren.

Wir brauchen unter anderem Windenergie, um das Puzzlestück russisches Gas zu ersetzen.

Jacob Pedersen, Analyst bei der Sydbank

Er bezeichnet die zahlreichen Stellenstreichungen als „großen Rückschlag“ bei den Bemühungen, alternative Energieformen für russisches Gas zu finden.

„Wir befinden uns in einer Situation, in der sich eine gigantische Energiekrise abzeichnet. Wir brauchen unter anderem Windenergie, um das Puzzlestück russisches Gas zu ersetzen“, sagt er.

Die Entscheidung, 800 Stellen in Dänemark zu streichen, bedeutet nicht zwangsläufig, dass auch 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlassen werden, so Siemens Gamesa.

Mangelnde Auftragslage und steigende Preise

Jacob Pedersen fügt hinzu, dass Siemens Gamesa von der Tatsache betroffen ist, dass derzeit nicht viele Aufträge eingehen.

„Dies liegt zum Teil daran, dass Siemens Gamesa – wie auch Vestas – aufgrund der steigenden Rohstoffpreise, die sich auf die Kosten ausgewirkt haben, die Preise erheblich anheben mussten.“

Er weist auch darauf hin, dass die Politik die Aufgabe hat, die Menschen für die Notwendigkeit von Windkraftanlagen zu sensibilisieren.

Widerstand in der Bevölkerung

Jacob Pedersen sagt, dass viele Windkraftprojekte aufgrund von Widerständen abgebrochen werden.

Er erläutert, dass dies ein schwieriges politisches Thema ist, da es Stimmen kosten kann.

„Aber nach einem Winter, in dem wir bei Kerzenlicht Brettspiele spielen können, wenn plötzlich kein Strom mehr aus der Steckdose kommt, haben Politikerinnen und Politiker vielleicht bessere Argumente“, meint Jacob Pedersen.

Die Nachrichtenagentur Ritzau hat versucht, eine Stellungnahme des Klimaministers Dan Jørgensen (Soz.) zu erhalten, bisher aber noch keine Antwort bekommen.

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