Landwirtschaft

Nach dem Regen volle Fahrt voraus auf die Ernte 2019

Peter Lassen
Peter Lassen Hauptredaktion
Tingleff/Apenrade
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Foto: Henning Bagger/Ritzau Scanpix

Laut LHN-Experte hat der bestimmt nicht gute Ertrag trotz allem noch positiv überrascht. Außerdem ist die Qualität gut.

Endlich kam der so lange ersehnte Regen und macht den Weg frei für die Ernte 2019 – und liefert eine Schadensbegrenzung für die laufende Jahrgang 2018. Der Pflanzenbauchef des Landwirtschaftlichen Hauptvereins für Nordschleswig, Hans Henrik Post, denkt, dass rund 90 Prozent der Getreideernte eingefahren sind. Hier und da stehen noch Winterweizen und im Frühjahr spät gesäter Hafer, der noch nicht ganz reif ist/war.

„Aber ruhig Blut, wir haben erst Mitte August. Den Rest der Ernte wird man schaffen“, so Post, der feststellt, dass der Regen gut ist für das Gras und für die anderen Feldfrüchte wie Mais. Und er ist besonders wichtig, damit die Bauern die Bestellung für die nächste Ernte in Angriff nehmen können. „Nun geht es darum, möglichst viel Nachfrucht zu säen, und wir raten unseren Kunden auch schon, den Winterraps einzubringen. Mit der Wintergerste sollte man noch einen Monat warten, und Winterweizen kann man ja auch noch im Oktober säen“, so Post, der feststellt, dass die Ernte 2018 nach der Dürre für viele ein Schlag ins Kontor war:
„Keiner hat eine gute Ernte gehabt. Dabei muss man aber auch sagen, dass das Ergebnis nach der schlimmsten Dürre in 100 Jahren viele noch relativ positiv überrascht hat. Man hatte die Erwartungen aber auch sehr niedrig angesetzt. Vielerorts hatten auch wir mit einem schlechteren Ergebnis gerechnet.

Nein, es war bestimmt keine gute Ernte, aber viele hatten Schlimmeres befürchtet.“ Der LHN-Mann schätzt grob, dass das Wintergetreide rund 75 Prozent des Normalertrages gebracht hat, während man bei der Sommersaat unter 50 Prozent liegt. Aber es gibt wie immer große regionale Unterschiede. „Auf den guten Böden ist man relativ gut weggekommen. Aber für alle gilt – und das sollte man nicht außer acht lassen – dass die Ernte trocken eingefahren werden konnte“, so Hans Henrik Post, der auch feststellt, dass die Getreidebauern sich über steigende Preise freuen können: „Im vergangenen Jahr bekam man rund 115 Kronen pro Doppelzentner. Die Preise steigen aktuell, und momentan bekommt man etwa 150 Kronen.

Außerdem ist die Qualität gut. Die Kerne sind groß und schwer – es gibt nur nicht ganz so viele davon wie sonst.“ Aber wie gesagt: Alle sind noch nicht fertig mit der Ernte und besonders an der Raufutterfront soll der Regen noch eine gewisse positive Wirkung zeigen. „Ja, dem Getreide hilft das Wasser nicht mehr, aber dem Gras schon. Und auch der Mais kann sich hier und da noch entwickeln, obwohl es vielerorts, wo nicht beregnet werden konnte, kaum zur Kolbenbildung gekommen ist. Aber der Mais ist früh, und ich denke, dass die Ernte schon Ende nächster Woche beginnt“, so Post vom LHN. Wie heißt es immer so schön: immer weiter.

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