Energie

Milliarden für Ausbau der Gasförderung in der Nordsee

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
Kopenhagen
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Tyra
Plattform im Tyra-Feld in der dänischen Nordsee. Foto: Tom Ingvardsen/Mærsk Olie og Gas

Das größte Gasfeld in der dänischen Nordsee soll bis 2022 für 21 Milliarden Kronen ausgebaut werden. Fast drei Jahre lang wird die Förderung dafür eingestellt. Die Steuereinnahmen aus den Feldern sind ein wichtiger Teil der dänischen Haushaltsplanung.

Die Anteilseigner der dänischen Förderanlagen in der Nordsee haben beschlossen, 21 Milliarden Kronen (2,82 Milliarden Euro) in den Ausbau des Tyra Gasfeldes zu stecken, das rund 200 Kilometer westlich von Esbjerg in der Nordsee liegt. Über viele Jahre sorgten die Förderanlagen dort für mehr als die Hälfte der gesamten Naturgasversorgung Dänemarks, zuletzt laut DR gar rund 90 Prozent.

Die Produktion soll im November 2019 vorübergehend eingestellt und im Juli 2022 wieder aufgenommen werden, heißt es in einer Pressemitteilung von Mærsk Oil. Für mindestens 25 Jahre soll der Betrieb dadurch gesichert werden.

Zuvor war berichtet worden, dass die Förderanlagen immer weiter absinken – ganz einfach, weil sich die rund zwei Kilometer unter dem Meeresgrund liegenden Gasfelder in porösen Kalksteinschichten immer weiter reduzieren. Dadurch steigt die Gefahr, dass die Plattformen bei starkem Wellengang beschädigt werden.

In den vergangenen Jahren sind durch neue Bohrtechniken deutlich mehr Anteile des in dem Feld gelagerten Gases gewonnen worden als früher, weshalb die Plattformen deutlich schneller absinken als bei Inbetriebnahme 1984 veranschlagt.

Investition soll künftige Steuereinnahmen sichern

„Tyra ist zentrale Infrastruktur, nicht nur für Mærsk Oil, sondern für die gesamte Gewinnung von Naturgas im dänischen Teil der Nordsee“, schreibt Dänemarks Energieminister Lars Christian Lilleholt (Venstre) in einer Pressemitteilung.

Die Gas- und Ölgewinnung in der Nordsee trägt weiterhin einen erheblichen Teil zu den dänischen Staatseinnahmen bei. In den Jahren zwischen 2003 und 2013 lagen die Einnahmen für den Staat bei mehr als zehn Milliarden, in der Spitze gar 38 Milliarden Kronen jährlich. Seither sind die Steuereinnahmen durch Nordseeöl und -gas deutlich zurückgegangen.

„Die Investitionen werden große Bedeutung für den dänischen Ölsektor, aber auch für die dänische Gesellschaft haben, weil dadurch Arbeitsplätze und Steuereinnahmen gesichert werden“, sagt Birgitta Jacobsen, Direktorin der staatlichen Stiftung Nordsøfonden, die ein Fünftel der Anteile am Projekt hält.

Die Förderung in der Nordsee wird vom Dansk Undergrunds Consortium verwaltet. Das Konsortium gehört inzwischen zu 36,8 Prozent der niederländischen Shell, zu 31,2 Prozent der dänischen AP Møller-Mærsk A/S, zu 20 Prozent der staatlichen Gasgesellschaft Nordsøfonden und zu 12 Prozent Chevron. Das Unternehmen Mærsk Oil betreibt die Anlagen im Auftrag des Konsortiums. Mærsk Oil ist, trotz des noch bestehenden Namens, nicht mehr dänisch – sondern wurde im August an den französischen Konzern Total verkauft.

Im Oktober hatte die Energiebehörde den Aus- und Wiederaufbau des Tyra-Feldes genehmigt.

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