EU-Beschluss für 2019

Fischer jubeln über neue Fangquoten

Fischer jubeln über neue Fangquoten

Fischer jubeln über neue Fangquoten

dodo
Kopenhagen/Luxemburg
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Foto: Morten Stricker/Ritzau-Scanpix

Während sich die Fischer über höhere Quoten freuen, warnt Greenpeace vor den Folgen für die Fischbestände.

Dänische Ostseefischer dürfen im kommenden Jahr wieder mehr Dorsche, Schollen und Sprotten fangen. Das geht aus den neuen Fangquoten hervor, die die EU-Staaten am Montagabend festgelegt haben. Während die Fischer jubeln, kommt scharfe Kritik von diversen Umwelt- und Tierschutzorganisationen.

Die Dorschquote in der westlichen Ostsee stieg um 70 Prozent, die von Schollen um 43 und Heringe dürfen drei Prozent mehr gefangen werden.

Ministerin und Fischer sind zufrieden

Die dänische Fischereiministerin Eva Kjer Hansen (Venstre) ist zufrieden. Dies sei ein vernünftiger Kompromiss, der sowohl die nachhaltige Entwicklung der Fischbestände als auch die wirtschaftlichen Interessen berücksichtige, so die Ministerin zur Nachrichtenagentur Ritzau.

Auch der dänische Fischereiverband freut sich: „Das ist ein positives Ergebnis und Geschenk für die Ostseefischer in allen Punkten“, so der stellvertretende Vorsitzende Kim Kær Hansen.

Vor allem für die Fischfabrik in Gilleleje auf Seeland war der Ausgang der Verhandlungen von großer Bedeutung. Da die Fangquote für Heringe allerdings im Gegensatz zu den anderen Fischarten um 48 Prozent gesenkt wurde, seien die Probleme des Unternehmens und der 50 Mitarbeiter nicht gelöst, meint die Fischereiministerin

„Es gibt keinen Zweifel daran, dass Fischer und auch die Heringsfabrik vor Herausforderungen stehen werden, wenn der Heringsbestand zurückgeht“, so Eva Kjer Hansen. Laut neuer Quoten dürfen dänische Fischer 2019 rund 1.200 Tonnen Hering fangen.

Kritik von Greenpeace

Und genau bei diesem Punkt kommt Kritik von diversen Umweltorganisationen. Greenpeace nennt die neuen Fangquoten eine Katastrophe. „Wir können festhalten, dass abermals wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen, anstatt hinsichtlich des Fischbestandes, den Ratschlägen von Biologen zu folgen“, sagt Projektmitarbeiterin Sune Scheller.

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