Estland-Fall

Deutsche Bank hat möglicherweise Geldwäsche bei Danske Bank gebremst

cvt/Ritzau
Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Die Filiale der Danske Bank in Tallinn. Foto: EPA/VALDA KALNINA(Ritzau Scanpix

2015 stellte das deutsche Finanzinstitut alle Überweisungen an die estnische Filiale der Danske Bank ein, die im Zentrum eines großen Geldwäscheskandals steht.

Der deutsche Finanzgigant Deutsche Bank könnte der Danske Bank Schützenhilfe beim Beenden von Geldwäsche-Transaktionen in US-Dollar gegeben haben. Von 2014 an begannen die Deutschen damit, Überweisungen von der estnischen Filiale der Danske Bank abzulehnen, 2015 wurden sie komplett abgewiesen.

Das berichtet das Finanzmedium Bloomberg News, das sich auf anonyme Quellen beruft. Die Deutsche Bank soll angeblich auf eine Warnung der estnischen Behörden reagiert haben – die auch die Danske Bank gewarnt hatten.

Die Deutsche Bank war ihrerseits in einen Geldwäsche-Fall verwickelt und zahlte vergangenes Jahr umgerechnet 4,5 Milliarden Kronen Strafe dafür, reichen Russen dabei geholfen zu haben, 60 Milliarden Kronen außer Landes zu schaffen.

Die Entscheidung der Deutschen Bank, die Überweisungen aus Estland abzulehnen könnte dazu geführt haben, dass der Gesamtbetrag, der schließlich über die Danske Bank lief, erheblich reduziert wurde. Alleine 2013 sollen es laut Financial Times 192 Millionen Kronen gewesen sein, die die Danske Bank zu waschen half – in den Folgejahren sei der Betrag deutlich gesunken.

Noch im September sollen die Ergebnisse einer internen Untersuchung vorgelegt werden. Bis dahin will sich die Unternehmensführung nicht zu Details äußern. Die Geldwäsche soll von 2007 bis 2015 gelaufen sein, nach Schätzungen von Berlingske Business sollen insgesamt 53 Milliarden Kronen in Estland gewaschen worden sein. Die Danske Bank hat bereits mehrfach eingeräumt, dass man zu langsam reagiert habe. 2015 wurden dann die Konten der Kunden gesperrt, über die verdächtige Überweisungen getätigt wurden. Erst zwei Jahre später geriet die Sache an die Öffentlichkeit, erst im August nahm die Polizei für Wirtschaftskriminalität die Ermittlungen auf.

Mehr lesen