Landwirtschaft

Braune Algen und Raps gegen den Methan-Ausstoß von Kühen

Dominik Dose
Dominik Dose Online-Redaktion
Jelling
Zuletzt aktualisiert um:
Bio-Landwirte müssen auf ihre Zuschüsse noch warten. Foto: Scanpix

Eine Firma aus Jelling hat eine Mischung aus Algen und Raps entwickelt, die die Gasproduktion im Magen der Tiere um bis zu 25 Prozent verringert. Erste Tests geben Hoffnung. Experten versprechen sich eine billige Lösung für Dänemark, angesichts hoher EU-Forderungen nach Treibhausgas-Senkungen.

Wenn es um den Ausstoß von Treibhausgasen geht, ist die Landwirtschaft einer der großen Umweltsünder. Genauer gesagt die Kühe. Sie stoßen das umweltbelastende Methangas aus – und das in großen Mengen. Doch in Jelling, nordwestlich von Vejle, könnte für dieses Problem nun eine Lösung gefunden worden sein.

Eine Mischung aus braunen Algen und Raps, speziell gegärt, die unter das Futter der Tiere gemischt wird. Sie wurde von einer Fermentierungsfirma in Jelling entwickelt.

„Die Mischung ist so fermentiert, dass sie die Gasproduktion im Magen verringert. Dies funktioniert sowohl bei Menschen als auch bei Schweinen, deshalb untersuchen wir jetzt, ob dies auch bei Kühen der Fall ist“, so der Direktor der Firma, Jens Legarth, zu Danmarks Radio.

Erste Tests lassen hoffen

Erste Testresultate sehen geht aus, sagt Professor Mette Olaf Nielsen von der Universität Kopenhagen, die in dem Bereich forscht. „Es ist interessant, dass dies ein Darmprodukt ist, das anscheinend die Methanproduktion verringern kann“, sagt die Forscherin. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Entstehung von Methan um 15 bis 25 Prozent gesenkt werden kann. Auswirkungen auf die Milchproduktion der Kühe wurden zudem nicht festgestellt.

Angesichts der Forderung der EU, den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern, könnte dies für Dänemark eine billige Lösung werden, meint Professor Jørgen E. Olesen vom Institut für Agrarökologie der Universität Aarhus. „Wir riskieren in Dänemark viele Arbeitsplätze zu verlieren, wenn es zu teuer wird den Ausstoß zu verringern. Dies könnte dazu führen, dass die dänische Landwirtschaftsproduktion ins Ausland verlagert wird, wo es günstiger ist“, so Olesen.

Die EU-Kommission hatte im vergangenen beschlossen, dass Dänemark bis 2030 seinen Ausstoß von Treibhausgasen im Verkehrs- und Landwirtschaftssektor um 39 Prozent senken muss.

Mehr lesen