Finanzen

Banken verdienen Milliarden an Landwirten

Banken verdienen Milliarden an Landwirten

Banken verdienen Milliarden an Landwirten

Ritzau/jrp
Kopenhagen
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Foto: Scanpix

Trotz Krise haben Geld- und Kreditinstitute Beiträge und Rückzahlungskosten für Bauern erhöht. Die Konkurrenz ist zu gering, meint ein Experte.

Seit dem Ausbruch der Finanzkrise haben die Banken und Kreditinstitute über 72 Milliarden Kronen an den arg gebeutelten Landwirtschaftsunternehmen verdient. Die haben im gleichen Zeitraum gerade einmal Betriebseinnahmen in Höhe von 23 Milliarden Kronen erwirtschaftet. Das geht aus einer aktuellen Analyse des landwirtschaftlichen Beratungscenters Seges hervor, berichtet Jyllands-Posten.

„Der Finanzbereich ist von mangelnder Konkurrenz und schwer überschaubaren Preisen geprägt . Der einzelne Landwirt bekommt keine Erklärung, warum Banken und Kreditinstitute die Gebühren angehoben haben“, sagte Martin Merrild, Vorsitzender bei der Branchenorganisation Landbrug & Fødevarer, der damit erklärt, wie es zu den hohen Einnahmen bei den Banken und Kreditinstituten kommt.

Insgesamt kamen bei den Geldinstituten 102 Milliarden Kronen aus Beitragszahlungen für Realkredite und Zinserträge aus der Landwirtschaft zusammen. Dagegen hatten die Institute in dem Zeitraum mit einem Verlust von 14 Milliarden Kronen und rechnen mit einem zukünftigen Verlust von 16,5 Milliarden Kronen. So gab es im Finanzmilieu Einnahmen in Höhe von 72,1 Milliarden Kronen.

Bei Finans Danmark, der Interessenorganisation der Banken und Realkreditinstitute, ist sich die stellvertretende Direktorin Ane Arnth Jensen bewusst über die gestiegenen Sätze der Bauern. „Es ist richtig, dass die Beitragszahlungen und Zinsen stark gestiegen sind, aber das gilt auch bei den Hauseigentümern und anderen Kreditnehmern“, erklärte sie gegenüber Jyllands-Posten. Sie berichtete jedoch, dass neue Forderungen der EU-Behörden an die Banken für die Preissteigerung verantwortlich seien.

Diese Erklärung lässt Jonahnes Raaballe nicht gelten. Er ist Finanzforscher an der Universität in Aarhus und für ihn liegt die Begründung für die Beitragssteigerungen bei den Banken selbst. Die Konkurrenz sei zu gering, so seine Meinung. „Kreditgeschäfte mit der Landwirtschaft waren ein lukratives Geschäft, bei denen die Beiträge markant angehoben wurden. Hier fehlt die Konkurrenz“, sagte er gegenüber der Zeitung.

Das wird auch bei den Landwirten genauso wahrgenommen. „Einem Großteil der Landwirte ist es nicht möglich die Bank zu wechseln, einfach, weil die Alternativen fehlen. Die Bauern finanzieren einen Sektor, der geprägt ist von hohen Kosten, hohen Löhnen und goldenen Abkommen”, sagte Martin Merrild.

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