Moms oder Müll

Verschenken von Lebensmitteln soll für Supermärkte leichter werden

Verschenken von Lebensmitteln soll für Supermärkte leichter werden

Verschenken von Lebensmitteln soll für Supermärkte leichter werden

dodo
Kopenhagen
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Foto: Niels Fabæk/Ritzau-Scanpix

Derzeit müssen Supermärkte die volle Mehrwertsteuer bezahlen, wenn sie am Ende des Tages überschüssige Lebensmittel an Bedürftige abgeben. Eine Änderung der Vorschrift wird nun geprüft.

In Dänemarks Supermärkten bleiben am Ende des Tages viele frische Lebensmittel in den Regalen und Theken liegen. Die Ladenbesitzer stehen dann vor der Entscheidung, diese in den Müll zu werfen oder sie an bedürftige Menschen zu verschenken – dafür allerdings Steuern (moms) zahlen zu müssen.

Eine von der Regierungspartei Venstre eingerichtete Arbeitsgruppe soll nun untersuchen, ob es Supermärkten künftig möglich sein soll, ihre überschüssigen Lebensmittel kostenlos an bedürftige Menschen abzugeben.

„Wir hören regelmäßig von Supermarktbesitzern, dass es unvernünftig ist, dass sie die vollen Mehrwertsteuern bezahlen sollen, wenn sie die Lebensmittel verschenken. Wir werden nun die Gesetzgebung dazu überprüfen und schauen, wie wir diese vereinfachen können, ohne die Lebensmittelsicherheit zu beeinträchtigen“, so der Sprecher für Nahrungsmittelpolitik von Venstre, Erling Bonnesen, zur Nachrichtenagentur Ritzau.

Freude über Initiative

Die günstigste Lösung für Supermärkte ist derzeit, die Lebensmittel in den Müll zu werfen und die Container offenzulassen, damit bedürftige Menschen sich diese dort heraus holen können. Die Branchenorganisation „De Samvirkende Købmænd“ (DSK) freut sich darüber, dass nun eine Alternative zu dieser Prozedur gefunden werden soll.

„Es besteht immer die Gefahr, dass Menschen Lebensmittel einsammeln, die sie nicht mehr Essen können. Außerdem besteht für uns das Problem, dass es Schädlinge anlockt, wenn wir die Container offen lassen“, sagt der leitende Chef von DSK, John Wagner.

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Siegfried Matlok
Siegfried Matlok Senior-Korrespondent
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