Ausbildung

Untersuchung: Bei einer Lehrplatz-Garantie würden mehr Jugendliche eine Berufsausbildung wählen

dodo
Kopenhagen
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Foto: dpa/(Symbolfoto)

53 Prozent der Jugendlichen haben in einer Umfrage angegeben, dass sie eine Berufsausbildung machen würden, wenn es eine Lehrplatz-Garantie gebe. Experten schlagen unter anderem vor, das bestehende Ausbildungssystem zu überdenken.

Mit einer Garantie für einen Lehrplatz würden deutlich mehr junge Menschen eine Berufsausbildung machen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Untersuchung der Denkfabrik DEA. 2.109 Schüler wurden befragt. 53 Prozent gaben an, dass eine Lehrplatz-Garantie „in hohem Maße“ oder zu „einem gewissen Grad“ dazu führen würde, dass sie sich für eine Berufsausbildung entscheiden.

DEA-Beraterin Sidse Frich Østergaard nennt das Signal der Jugendlichen „nachdenkenswert“. „Alle sind sich einig, dass mehr junge Menschen eine Berufsausbildung machen sollten. Hier ist ein klarer Vorschlag der Jugendlichen, was sie haben wollen, damit sie eine machen“, so Østergaard zur Internetzeitung Avisen.dk.

System überdenken

Sie schlägt vor, auch das Lehrsystem zu überdenken, um diese Art der Ausbildung für Jugendliche attraktiver zu machen. Ihr schwebt eine Kombination aus Berufsausbildung und Nachschule vor. Als Vorbild könnte dafür ihrer Meinung nach die Schweiz dienen, dort sind die Jugendlichen vier Tage in der Woche im Betrieb und einen Tag in der Schule.

Derzeit bekommen trotz Prognosen, dass es in Zukunft zu einem großen Handwerker-Mangel im Land kommen wird, viele Schüler keinen Lehrplatz in einem Betrieb. Laut Zahlen der Ausbildungsministeriums waren im März dieses Jahres noch 3.690 Schüler auf der Suche nach einem Lehrplatz.

Dansk Erhverv: Generelle Garantie unrealistisch

Der Ausbildungschef der Dänischen Handelskammer Dansk Erhverv, Claus Rosenkrands Olsen, hält eine generelle Garantie für unrealistisch. Seiner Meinung nach sei es nur für bestimmte Berufszweige, in denen der Lehrlingsmangel am größten ist, sinnvoll, eine Garantie einzuführen.

„Wir müssen auch beachten, dass neun von zehn Schülern in der Berufsausbildung einen Lehrplatz haben und das es nur wenige in der Schulausbildung gibt, die kein Unternehmen für einen Abschluss finden“, so Olsen.

Er ist dennoch der Meinung, dass die Berufsausbildung attraktiver gemacht werden muss und sieht die Politik in der Pflicht zu handeln.

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