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Forscher: Chefetagen oft schuld an gestressten Mitarbeitern

Forscher: Chefetagen oft schuld an gestressten Mitarbeitern

Forscher: Chefetagen oft schuld an gestressten Mitarbeitern

jt/ritzau
Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Foto: dpa

Die dänischen Pensionsversicherungsgesellschaften haben eine steigende Zahl von Kunden, die aufgrund von Stress eine Krankschreibung bekommen oder in psychologische Behandlung müssen. Die Betriebsleitung trägt ein Großteil der Schuld, meint ein Stressforscher.

Eine gute Betriebsleitung kann die aktuelle Stressepedemie in der Gesellschaft eindämmen. Das meint der Stressforscher der Uni Aalborg, Einar Baldursson, nachdem neue Statistiken zu Stresserkrankungen von der privaten Pensionsversicherungsgesellschaft PFA veröffentlicht wurden. Diese zeigen, dass die Zahl der Stresserkrankungen von PFA-Kunden im Zeitraum von 2014 bis 2017 um 43 Prozent gestiegen sind. Bei den Kollegen der Danica Pension ist Stress gar die häufigste Ursache in Entschädigungsfällen und verloren gegangene Arbeitsverdiensten.

Eine erschreckende Entwicklung, „doch das kommt nicht überraschend“, meint Baldursson. „Die Häufigkeit von Stress wird in Zukunft erhebliche Folgen für unsere Gesellschaft haben“, so der Stressforscher. Ihm zufolge haben drei Tendenzen in der Arbeitskultur die Häufigkeit von Stresserkrankungen angekurbelt.

„Insbesondere im öffentlichen Sektor werden die Mitarbeiter heute von der Betriebsleitung, die den Kontakt zur täglichen Arbeit oft verloren hat, öfters kontrolliert und evaluiert. Das sind psychische Belastungen für die Mitarbeiter“, erklärt Baldursson. Auch in privaten Betrieben wird ihm zufolge den Mitarbeitern immer mehr abverlangt, die dann an der Arbeitsbelastung zusammenbrechen.

Sollte die Entwicklung eingedämmt oder gar gestoppt werden, dann müssen insbesondere die Arbeitgeber ihre Arbeitshandschuhe anziehen, meint Baldursson. „Wir müssen in der modernen Betriebsleitung anfangen. Die Leiter tragen ein Großteil der Schuld. Sie haben zu oft die Verantwortung auf andere Schultern verteilt“, so Baldursson.

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