Wirtschaft

Carlsberg baut in Hamburg neu – und entlässt

Sara Wasmund
Sara Wasmund Hauptredaktion
Hamburg
Zuletzt aktualisiert um:
Foto: dpa (Symbolfoto)

Die Brauerei Carlsberg will ihren Produktionsstandort in Hamburg ab 2019 effektivisieren und nimmt eine neue Brauerei in Betrieb. Doch der Umzug kostet rund 70 Mitarbeitern den Job.

Nach langen Verhandlungen und vier Proteststreiks steht fest: Ein Sechstel aller Hamburger Angestellten der Brauerei Carlsberg muss das Unternehmen verlassen. Grund ist der Bau einer neuen, kleineren und effektiveren Brauerei. Derzeit arbeiten in der Hamburger Holsten Brauerei, die seit 2004 zum Carlsberg-Konzern gehört, 450 Angestellte.

Die Ausdünnung der Personaldecke im kommenden Jahr wird über Kündigungen und Ausscheidungs-Übereinkünfte vollzogen, teilte die deutsche Abteilung von Carlsberg gegenüber Jyllands-Posten mit. Die Verhandlungspartner haben sich geeinigt, 74 Stellen abzubauen, so die Gewerkschaft NGG. Carlsberg will sich noch nicht endgültig festlegen, wie viele Stellen abgebaut werden, spricht aber von rund 70. Die neue Brauerei geht 2019 in Betrieb. Sie soll den Standort Hamburg durch eine besonders effiziente Produktion wettbewerbsfähig machen.
Die Brauereien stehen in Deutschland unter Druck, der Bierkonsum der Deutschen ist seit 2011 um acht Prozent gefallen. Die rund 6.000 Brauereien im Land kämpfen auf einem unter Druck stehenden Markt um die Gunst der Kunden.

„Wir befinden uns mitten in einem harten Konsolidierungsprozess, der viele negative Überschriften mit sich bringen wird“, sagte Holger Eichele, Direktor des deutschen Brauereivereins kürzlich zur Financial Times. Der gefallene Bierkonsum ist einer der Gründe, warum Carlsberg sich von der jetzigen Brauerei mit ihren großen und veralteten Produktionseinheiten trennt.

Mehr lesen