Geldwäsche-Skandal

Whistleblower: Die Danske Bank hat vier Warnungen bewusst missachtet

Whistleblower: Die Danske Bank hat vier Warnungen bewusst missachtet

Whistleblower: Die Danske Bank hat vier Warnungen bewusst missachtet

Kopenhagen
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Howard Wilkinson sagte als Whistleblower im dänischen Parlament aus. Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau-Scanpix

Der ehemalige Danske-Bank-Angestellte Howard Wilkinson hat am Montag vor dem dänischen Parlament zum Geldwäsche-Fall ausgesagt. Er erhob schwere Vorwürfe – und das nicht nur gegen die Danske Bank.

Für den Geldwäsche-Fall in einer estnischen Abteilung der Danske Bank gibt es viele Schuldige, aber an erster Stelle steht die Bank selbst: Das sagte Whistleblower Howard Wilkinson am Montag in einer Anhörung im dänischen Parlament. Der Brite arbeitete sieben Jahre lang als Chef für die Handelsabteilung im Baltikum bei der Danske Bank. In den Jahren 2013 und 2014 warnte er nach eigener Aussage vier Mal vor verdächtigen Kunden in Estland.

Er erzählte nun von E-Mail-Korrespondenzen mit Bankangestellten, die ihm versicherten, dass auf seine Warnungen reagiert werde. Heute wisse er, dass man ihn in die Irre geführt habe, sagte Wilkinson.

Wilkinson bei der Anhörung. Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau-Scanpix

„Der Rauchalarm ging vier Mal los. Die Danske Bank hat den Rauchmelder entdeckt und ihn bewusst deaktiviert”, so der Whistleblower mit dem Hinweis, dass er die Leitungsetage der Bank vier Mal warnte. Wenn er den Fall heute sehe, frage er sich, ob die Chefs das Geschriebene selbst glaubten oder sie schlichtweg logen.

Auch die dänische Finanzaufsicht kritisierte er. Diese habe trotz Warnungen von den Kollegen aus Estland und von der russischen Zentralbank nicht reagiert. Die Aufsichtsbehörden in Dänemark hätten sich damit herausgeredet, dass die Verantwortung bei der estnischen Finanzaufsicht liege.

Mindestens zehn Banken beteiligt

Darüber hinaus sagte Howard Wilkinson aus, dass mindestens zehn andere Banken oder ausländischen Filialen an der Geldwäsche beteiligt waren. „Das Wichtigste in dem Fall ist, dass man sich bewusst machen muss, dass die Geldwäsche über Grenzen hinweg stattgefunden hat. Es ist nicht nur die Danske Bank schuldig. Alle zehn Banken sind verantwortlich und haben Fehler gemacht.

Da der Whistleblower aufgrund seiner Anstellung der Schweigepflicht aufgrund des Gesetzes über Bankgeheimnisse unterliegt, konnte er weder Namen von Kunden noch von anderen Beteiligten an der Geldwäsche bei der Anhörung nennen.

Howard Wilkinson arbeitete bis 2014 in der estnischen Abteilung der Danske Bank. Heute lebt er in Großbritannien.

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