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Wegen Corona: Jugendliche fordern noch weniger Klausuren

Wegen Corona: Jugendliche fordern noch weniger Klausuren

Wegen Corona: Jugendliche fordern noch weniger Klausuren

Ritzau/kj
Kopenhagen
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Das Folketing spricht am Freitag darüber, ob die Anzahl der Prüfungen an den Schulen noch weiter reduziert werden sollte. Foto: Linda Kastrup/Ritzau Scanpix

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Die Einigung über die Reduzierung von Tests und Prüfungen in den Volksschulen und Gymnasien wird am Freitag erneut diskutiert. Schülerinnen und Schüler drängen darauf, dass noch mehr Tests gestrichen werden.

Für viele Schülerinnen und Schüler sind Mai und Juni in der Regel mit Prüfungen und Abschlussarbeiten gefüllt.

Dieses Jahr wurde der Umfang der Prüfungen aufgrund der anhaltenden Corona-Krise bereits reduziert, aber es müssen immer noch einige Tests und Prüfungen abgelegt werden.

Vor einer erneuten Diskussion, die am Freitag im Folketing zu dem Thema ansteht, fordern die Jugendlichen, dass die Prüfungsphase weiter abgeschwächt wird.

Probeklausuren statt Prüfungen

Schülerinnen und Schüler an Gymnasien würden es bevorzugen, wenn Prüfungen in eine Art Probeklausur umgewandelt würden, bei der die vergebene Note nicht zählt, sagt Ingrid Kjærgaard, Vorsitzende der Schülervereinigung für die Gymnasien, Danske Gymnasieelevers Sammenslutning (DGS).

Wir könnten zur Prüfung gehen, aber die Note zählt nicht.

Ingrid Kjærgaard, Vorsitzende bei Danske Gymnasieelevers Sammenslutning

„Am allerbesten wäre es, wenn man wählen könnte, dass einige der Prüfungen nicht zählen. Wir könnten zur Prüfung gehen, aber die Note zählt nicht. Dann wird es zu einer Art Übung ohne die Konsequenzen, die es normalerweise hätte, weil jemand eine Menge Unterricht verpasst hat“, sagt sie.

Die Schülerinnen und Schüler wünschen sich, dass Abschlussprüfungen generell gestrichen werden, sagt Esther Vyff, Vorsitzende der dänischen Schülervereinigung Danske Skoleelever.

Erneut Debatte im Folketing

Am Freitag treffen sich die Parlamentsparteien, um eine im Februar getroffene Vereinbarung über Tests und Prüfungen im Sommer zu diskutieren und anzupassen.

Es wurde bereits vereinbart, dass Schulabgängerinnen und Schulabgänger in Volksschulen und Schülerinnen und Schüler an Gymnasien weniger Prüfungen ablegen müssen als in einem normalen Schuljahr.

In der Einigung wurde beschlossen, dass die Jungen und Mädchen der Klassenstufe 9 in diesem Sommer vier statt der üblichen sieben Fächer ablegen müssen.

In der Sekundarstufe II haben die Jugendliche der Klassen 1g und 2g eine Prüfung, während die Schülerinnen und Schüler der Klasse 3g vier Prüfungen ablegen. Für die letztgenannte Gruppe ist dies etwa die Hälfte der üblichen Anzahl.

Vereinbarung gegebenenfalls anpassen

Die Vereinbarung sah auch vor, dass sich die Parteien im Parlament unmittelbar vor der Prüfungsperiode treffen, um die Vereinbarung gegebenenfalls anzupassen.

Und deshalb versucht die Schülerschaft nun, noch mehr Prüfungsausfälle zu fordern.

Weniger Prüfungen sind besser als alle Prüfungen.

Esther Vyff, Vorsitzende bei Danske Skoleelever

Esther Vyff hat ihre Unzufriedenheit mit der Vereinbarung bereits nach deren Abschluss im Februar zum Ausdruck gebracht.

„Weniger Prüfungen sind besser als alle Prüfungen“, sagte sie im Februar.

Aber Vyff möchte, dass alle Prüfungen gestrichen werden.

Wahrscheinlich keine Änderung

Die Einheitsliste hat sich auch immer für die Abschaffung aller Abschlussprüfungen eingesetzt. Im Februar kam das Argument vom bildungspolitischen Sprecher der Partei, Jakob Sølvhøj: „Es wäre viel besser, während des restlichen Schuljahres so viel Zeit wie möglich mit dem Unterricht zu verbringen, anstatt sich auf die Abschlussprüfungen vorzubereiten.“

Ellen Trane Nørby, die bildungspolitische Sprecherin von Venstre, erwartet jedoch keine größeren Änderungen an der Vereinbarung vom Februar.

Sie glaubt daher, dass die Anzahl der Prüfungen auf dem Niveau bleiben wird, das die Schülerinnen und Schüler jetzt kennen.

Etwas Praxisprüfung

Obwohl Ingrid Kjærgaard es gerne sähe, wenn die Prüfungen auf ein Minimum reduziert würden, ist sie dennoch froh, dass das Folketing der Tatsache Rechnung getragen hat, dass die Mädchen und Jungen nicht so viele Tests wie üblich ablegen müssen.

„Es war eine nette Vereinbarung, die zustande kam, weil sie den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gibt, etwas Prüfungspraxis zu bekommen, während es gleichzeitig nicht so viel ist wie sonst“, sagt sie.

Die ersten schriftlichen Abschlussprüfungen finden ab dem 3. Mai statt. In einem Monat beginnen die ersten schriftlichen Prüfungen der Gymnasien.

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