Verlegung von Arbeitsplätzen

Venstre-Politiker setzen auf mehr Dezentralisierung

Volker Heesch
Volker Heesch Hauptredaktion
Kopenhagen
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Eva Kjer Hansen Foto: Scanpix

Ex-Ministerin Eva Kjer Hansen meint, dass es kein Grund für eine Gewerbe- und Gebäudebehörde mit Standort in Kopenhagen gebe. Eigentlich sollten erste Erfahrungen abgewartet werden, bevor weitere folgen, doch fünf Ventreabgeordnete sprechen sich nun für eine Beschleunigung des Prozesses aus.

Ex-Ministerin Eva Kjer Hansen meint, dass es kein Grund für eine Gewerbe- und Gebäudebehörde mit Standort in Kopenhagen gebe. Eigentlich sollten erste Erfahrungen abgewartet werden, bevor weitere folgen, doch fünf Ventreabgeordnete sprechen sich nun für eine Beschleunigung des Prozesses aus.

Die Venstre-Regierung hat bereits kurz nach ihrem Amtsantritt die Initiative gestartet, 3.900 staatliche Arbeitsplätze aus Kopenhagen und Umgebung in diverse andere Landesteile zu verlegen. So kommen zusätzliche Stellen der staatlichen Steuerbehörde und der Agrarverwaltung nach Tondern und Augustenburg. Der staatliche Wetterdienst wird teilweise nach Karup ausgelagert, während erst in der vergangenen Woche das neue Center für Energieadministration nach Esbjerg verlegt worden ist.

Entsprechend der Regierungsgrundlage der inzwischen gebildeten Regierung von Venstre, Konservativen und Liberaler Allianz sollen die Erfahrungen mit der Auslagerung der Behörden ausgewertet werden, bevor weitere traditionell in Kopenhagen residierende Amtsstuben in die Provinz verfrachtet werden.

Doch nun haben sich fünf Venstreabgeordnete, neben Eva Kjer Hansen auch Hans Chr. Schmidt, Carl Holst, Preben Bang Henriksen und Anni Matthiesen, für eine Beschleunigung und Erweiterung der Dezentralisierung ausgesprochen. „Die Auslagerung ist bereits geglückt“, so Eva Kjer Hansen, Innovationssprecherin ihrer Partei. Die Abgeordneten sprechen sich für eine Verlagerung der Gewerbebehörde nach Silkeborg oder Nykøbing/Falster, für die Verlegung der Gebäudebehörde nach Skanderborg und auch eine Neuplatzierung der Behörde für Institutionen und Ausbildungsförderung aus. Es bestehe für die Behörden kein Grund für einen Standort in Kopenhagen, sagte sie zu Jyllands-Posten. Und sie verwies auch darauf, dass es bei den bereits verlegten Behörden gelungen sei, die Stellen neu zu besetzen, bei denen die bisherigen Mitarbeiter einen Umzug in die Provinz verweigert haben.

Evaluierung gefordert

Die Gewerkschaft DJØF, in der viele Behördenmitarbeiter organisiert sind, nennt die neuen Vorschläge eine „richtig schlechte Idee“. Vor neuen Beschlüssen sei eine Evaluierung nötig. Der finanzpolitische Sprecher der Sozialdemokraten, Benny Engelbrecht, warnte vor einer Verunsicherung der Beschäftigten in den jetzt genannten Behörden.
Bei der Behörde Geodatastyrelsen, die unter anderem Grundbesitzerwechsel registriert, sind bei fast 92 Arbeitsplätzen, die von Kopenhagen nach Aalborg gewandert sind, bisher nur fünf Mitarbeiter nach Nordjütland umgezogen. 20 pendeln zwischen Kopenhagen und Aalborg.

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