Energiewende

Venstre: Mehr lokale Unterstützung bei der Aufstellung von Windrädern nötig

Venstre: Mehr lokale Unterstützung bei Aufstellung von Windrädern nötig

Venstre: Mehr lokale Unterstützung bei Windrädern nötig

Ritzau/nb
Kopenhagen
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Sofern die Regierung ihre Pläne für eine Vervierfachung der Produktion aus Sonnen- und landbasierter Windenergie bis 2030 erreichen will, bedarf es einer besseren lokalen Unterstützung, meint Venstre (Archivfoto). Foto: Henning Bagger/Ritzau Scanpix

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Um den ehrgeizigen Umstieg auf grüne Energieformen zu bewältigen, müssen mehr landbasierte Windräder und Solaranlagen aufgestellt werden. Venstre will deshalb die Möglichkeit von Bonuszahlungen an berührte Bürgerinnen und Bürger prüfen.

Die im April von der Regierung vorgestellte Initiative „Danmark kan mere II“ ist nach Auffassung von Venstre nicht ehrgeizig genug. Die Partei präsentiert nun ihre eigenen Vorschläge zur Energiereform und will versuchen, so viel wie möglich davon in die Verhandlungen mit der Regierung einzubringen.

Dänemark müsse schneller als von der Regierung vorgeschlagen unabhängig von russischem Gas werden, auf die Dächer von Industrieanlagen sollen mehr Solarzellen kommen, und es sei mehr lokale Unterstützung bei der Aufstellung neuer Windräder und Solaranlagen notwendig, so einige der Vorschläge von Venstre.

Mehr Steuerfreibeträge

Die Partei möchte unter anderem die sogenannte VE-Bonusregelung aus dem Jahr 2020 näher unter die Lupe nehmen, wenn es um die Möglichkeit zur Etablierung weiterer landbasierter Windräder und Solaranlagen geht.

Derzeit räumt die Vereinbarung Bewohnerinnen und Bewohnern, die in einem Abstand zum nächsten Windrad wohnen, der maximal das Achtfache der Höhe des Windrades beträgt, oder die bis zu 200 Meter von der nächsten Solaranlage wohnen, gewisse Steuerfreibeträge ein.

Lokale Unterstützung unabdingbar

„Wenn wir mehr nachhaltige Energie bekommen wollen, dann ist es absolut entscheidend, dass wir die lokale Unterstützung für solche Projekte haben. Das ist sehr schwierig, weshalb unser Vorschlag darauf abzielt, die VE-Bonusregelung genauer unter die Lupe zu nehmen. Kann sie ausgeweitet werden, indem beispielsweise der Steuerfreibetrag erhöht wird, oder indem mehr Menschen von ihr Gebrauch machen können? Gibt es andere Hürden, um die Regelung nutzen zu können“, so die klimapolitische Sprecherin von Venstre, Marie Bjerre.

Wenn wir mehr nachhaltige Energie bekommen wollen, dann ist es absolut entscheidend, dass wir die lokale Unterstützung für solche Projekte haben.

Marie Bjerre, klimapolitische Sprecherin von Venstre

Gegenwärtig beträgt der jährlich pro Haushalt ausgezahlte Betrag zwischen 5.000 und 6.000 Kronen für Windräder und zwischen 2.000 und 2.500 Kronen für Solarzellen. Wieviel mehr Venstre an finanziellen Mitteln bereitstellen will, soll jedoch von der genauen Ausgestaltung einer erweiterten Regelung abhängen.

Unabhängigkeit von russischem Gas bereits 2027

Der Vorschlag der Regierung sieht vor, die Produktion aus Solarenergie und landbasierter Windenergie bis 2030 zu vervierfachen. Diese Zielsetzung unterstützt Venstre.

Allerdings schlägt die Partei vor, dass Dänemark bereits 2027 eine komplett auf Nachhaltigkeit basierende Versorgung mit Gas hat und damit unabhängig von russischem Gas ist. Die Regierung peilt bislang das Jahr 2030 dafür an.

Venstre meint jedoch, dass das Ziel drei Jahre eher erreicht werden kann, indem die Produktion von Biogas entsprechend dem momentanen Gasverbrauch Dänemarks erhöht wird.

Potential von Solardächern nutzen

Nach Ansicht von Venstre würde zudem eine höhere Zahl an Solaranlagen auf Industriegebäuden ein großes Potential nutzen.

„Wir benötigen mehr nachhaltige Energie, und hier liegt ein großes Potential in der Ausweitung der Zahl an Solardächern. Ich finde, dass die Regierung hier blind ist, da sich dazu nichts in den Vorschlägen der Regierung findet“, sagt Marie Bjerre.

Die EU-Kommission hatte in diesem Monat ebenfalls vorgeschlagen, dass Solarzellen auf allen neuerrichteten Gewerbegebäuden und öffentlichen Gebäuden ab dem Jahr 2025 verpflichtend sein sollen. Das gleiche soll für alle neu gebauten Häuser ab 2029 gelten.

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Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
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