Wer übernimmt den Vorsitz?

Venstre-Clinch: Zurückhaltung in Nordschleswig

Venstre-Clinch: Zurückhaltung in Nordschleswig

Venstre-Clinch: Zurückhaltung in Nordschleswig

Jon Thulstrup
Jon Thulstrup Online-Redaktion
Kopenhagen
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Wer wird der neue starke mann bei Venstre? Foto: Mads Claus Rasmussen / Ritzau Scanpix

Während Venstre-Mitglieder in der Region Mitteljütland gegen Løkke meutern, lassen sich die Parteivorsitzenden in Nordschleswig nicht in die Karten schauen.

Die parteiinterne Debatte um den Vorsitz bei Venstre scheint kein Ende zu nehmen. Nun hat die Parteileitung der Region Mitteljütland gar gefordert, dass der amtierende Vorsitzende Lars Løkke Rasmussen und dessen Vize, Kristian Jensen, zurücktreten, berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau.

„Es herrscht zu viel Turbulenz in der Partei. Es muss aufgeräumt werden“, erklärt der Vorsitzende der Partei in der Region Mitteljütland, Jens Nicolai Vejlgaard. Er unterstreicht, dass sie mit der Arbeit des Vorsitzenden zufrieden seien, „aber irgendwann muss es Erwachsene im Raum geben, die auch mal aufräumen. Wir haben noch vier Jahre bis zur nächsten Parlamentswahl“, so Vejlgaard zum Nachrichtensender TV Midtvest.

„Aus Rücksicht auf die Zukunft, die Glaubwürdigkeit und Stabilität der Partei fordern wir beide Vorsitzenden dazu auf, abzutreten“, heißt es in einem Schreiben der Parteiabteilung in Mitteljütland.

Løkke weist Rücktritt zurück

Doch Løkke weist jegliche Rücktrittsforderung zurück. „Ich bin der Vorsitzende und möchte es auch weiterhin sein“, sagt Løkke und ergänzt: „Wenn man nun Glutnester auf einem Acker sieht, dann kann man entweder versuchen, diese zu löschen oder weiter voranzubringen. Einige in unserer Partei wollen Letzteres“, so Løkke zu den Forderungen auf Mitteljütland.

Kristian Jensen wolle eine Entscheidung bezüglich der Forderungen aus „seiner“ Region bis nach dem Hauptvorstandstreffen, das am Freitag und Sonnabendüber die Bühne geht, abwarten.

Nordschleswiger warten ab

In Nordschleswig halten sich die Parteimitglieder in Sachen Vorsitz-Debatte im Vergleich zu Mitteljütland zurück. Der Vorsitzende von Venstre in Apenrade, Lorens Peter Jørgensen, will sich zur derzeitigen Debatte in seiner Partei gegenüber dem „Nordschleswiger“ nicht äußern.

„Das werden wir beim Landestreffen besprechen. Vorab werden wir in unserer Abteilung alles intern diskutieren“, so Jørgensen. Er sei der Meinung, dass der ganze Trubel um den Vorsitz der Partei geschadet habe. „Es ist aber ein natürlicher Teil der Parteipolitik, dass man nach einer Wahl die Debatte über einen Vorsitz führt“, unterstreicht er.

Der Vize-Vorsitzende von Venstre in Tondern, Aksel Duedahl, sieht das ähnlich. „Die Diskussion ist langsam aus dem Ruder gelaufen – insbesondere in den Medien. Wir werden abwarten und sehen, was beim Landestreffen passiert“, so Duedahl. „Derzeit ist Lars Løkke unser Vorsitzender und so lange es keine Gegenkandidaten gibt, wird es auch so bleiben“, unterstreicht er seine persönliche Haltung.

Nis Fallesen, Vorstandsvorsitzender von Venstre in Hadersleben und Vorsitzender des Wählervereins, steht hinter Lars Løkke. „Auch unser Wählerverein unterstützt ihn“, unterstreicht er. Zur Aktion aus Mitteljütland sagt er kurz und bündig: „Das hätten sie lieber für sich behalten sollen.“

Der Vorsitzende der Venstre-Abteilung in Sonderburg war bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen.

Das Landestreffen von Venstre hätte erst im November stattfinden sollen. Løkke möchte dieses aber auf einen Termin vor der Öffnung des Folketings im Oktober vorverlegen. Dabei werden Hunderte Delegierte über den Vorsitz der Partei abstimmen.

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