Auslandsstudenten

Studiendahrlehen: Säumigen Zahlern droht Inkassoeinsatz

Studiendahrlehen: Säumigen Zahlern droht Inkassoeinsatz

Studiendahrlehen: Säumigen Zahlern droht Inkassoeinsatz

Kopenhagen
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Karsten Lauritzen
Karsten Lauritzen Foto: Scanpix

Zahlreiche ausländische Studenten, vor allem aus Westeuropa, haben in Dänemark Bildungsförderung erhalten – und nie zurückgezahlt. Dänemarks Steuerminister Karsten Lauritzen hat jetzt einen Maßnahmenkatalog für Geldeintreibung auch im Ausland vorgelegt.

Steuerminister Karsten Lauritzen (Venstre) hat mit Unterstützung aller Folketingsfraktionen ein neues Konzept vorgestellt, damit nicht zurückgezahlte Studiendarlehen per Inkassoverfahren auch bei Aufenthalt der Empfänger im Ausland eingetrieben werden können.

Für Empörung hatten zuvor Meldungen gesorgt, dass zahlreiche ausländische Studierende in den vergangenen Jahren dänische Studiendarlehen erhalten hatten, diese aber nicht zurückgezahlt haben, nachdem sie Dänemark nach Studienende wieder verlassen haben. Es sollen bei der dänischen Staatskasse Außenstände in Höhe von 155 Millionen aufgelaufen sein, weil angeblich viele Ex-Studierende mitbekommen hatten, dass die dänischen Behörden nicht in der Lage waren, das Geld einzutreiben.

Doch damit wird es bald ein Ende haben, denn es sollen Inkassobüros eingeschaltet werden, um die 80 Millionen Kronen, die aktuell von Personen mit Wohnsitz im Ausland nicht gezahlt werden, in die Staatskasse geholt werden.

Gesamtes Folketing steht hinter dem Plan

Steuerminister Karsten Lauritzen (Venstre) hat mit Unterstützung aller Folketingsfraktionen ein neues Konzept vorgestellt, damit nicht zurückgezahlte Studiendarlehen auch bei Aufenthalt der Empfänger im Ausland eingetrieben werden können.

„Wir erleben im steigenden Umfang, dass ausländische Studierende nach Dänemark kommen und unser SU und SU-Dahrlehen nutzen“, so Lauritzen, der als eine Maßnahme gegen Missbrauch der großzügigen dänischen Studienförderung die vorgesehene Verpflichtung bezeichnet, dass Studierende, die ins Ausland nach Abschluss der Ausbildung ziehen, ihre neue Adresse mitteilen.

„Die Regierung legt Wert darauf, dass wir uns in Dänemark alle ausbilden können, ohne wirtschaftlich abhängig von den Eltern zu sein. Das ist ein gutes und großzügiges System, das nicht missbraucht werden darf. Es ist nicht akzeptabel, wenn nordische und andere europäische Studierende ihre Schulden zurücklassen, wenn sie eine kostenlose Ausbildung und Studienförderung SU bekommen und SU-Darlehen aufgenommen haben, wenn das Geld nicht reichte“, so Ausbildungs- und Forschungsminister Søren Pind (Venstre).

Die Einschaltung von Inkassofirmen im Ausland soll zunächst im Rahmen eines Pilotprojektes beginnen. Im Rahmen der Schaffung einer neuen Schuldenbehörde („Gældsstyrelsen“) am 1. Juli 2018 soll eine Abteilung speziell die Eintreibung der SU-Schulden steuern. Auch wolle man auf EU-Ebene grenzüberschreitende Regeln anstreben.

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