Krebstherapie

Strahlender Budgetvergleich noch nicht gesichert

Peter Lassen
Peter Lassen Hauptredaktion
Vejle
Zuletzt aktualisiert um:
Villy Søvndal (rechts), hier im Gespräch mit Gösta Toft von der Schleswigschen Partei. (Archivbild) Foto: Ruth Candussi

Die Wiedereinführung der Krebsbehandlung in Flensburg steht offenbar auf der Kippe im „Roten Wurm“ in Vejle. Bisher setzt sich nur eine Minderheit der Regionsratsmitglieder dafür ein.

Die Fraktionsvorsitzenden der Parteien im Regionsrat Süddänemarks verhandelten auch gestern intensiv in Sachen Budgetvergleich 2019. Ziel ist es, bis zum 17. September oder spätestens bis zum 19. noch rechtzeitig vor der Regionsratssitzung am 24. September einen breiten Vergleich zu landen – ob es ein „strahlender“ wird, ist noch ungewiss.

Die Wiedereinführung der Strahlenbehandlung nordschleswigscher Krebspatienten in Flensburg ist zwar ein Thema der Verhandlungen, aber der Fraktionschef der Dänischen Volkspartei, Thies Mathiasen, stellt auf Anfrage fest, dass es bisher nur eine Minderheit von rund 10 der 41 Ratsmitgliedern ist, die unbedingt für Flensburg Geld finden will im Budget 2019.

„Ich habe den Vorschlag gemacht, dass wir den nordschleswigschen Patienten die Strahlenbehandlung in Flensburg wieder anbieten. Das fließt also in die Überlegungen mit ein. Aber bisher sind wir eben nur eine Minderheit, die dafür ist, weil argumentiert wird, dass die Strahlenbehandlung in Vejle die nötige Kapazität hat – und dass man dort Personal entlassen müsste, falls Flensburg wieder ins Spiel kommen sollte. Aber wir von DF halten daran fest, dass wir den nordschleswigschen Patienten dies Angebot trotzdem wieder machen sollten“, so Fraktionschef Thies Mathiasen, der aber auch feststellt, dass es sich bei Budgetverhandlungen um Geben und Nehmen dreht. Man müsse auf jeden Fall aber vorab mit Flensburg Details klären, u. a. ob man dort die neuesten Apparate habe etc. „Wir müssen abwarten“, so der DF-Mann aus Hadersleben.

Søvndal bedeckt, Jensen optimistisch

Durchweg alle Fraktionen hatten sich ansonsten vorab positiv geäußert, dass man im Budgetspielraum Mittel finden werde, für die Einlösung des„Wahlversprechens“. SF-Chef und Ex-Außenminister Villy Søvndal will sich auf Anfrage zu Flensburg konkret gar nicht äußern. Er stellt fest, dass es gute Politik sei, dass man während laufender Verhandlungen keine Einzelthemen kommentiert.

Er sei aber zuversichtlich, dass es gelingen werde, einen breiten Vergleich zu landen, denn Süddänemark sei ja mit die einzige Region, wo es ökonomischen Spielraum gebe: „Es gibt viele Wünsche, aber es wird sowohl im somatischen als auch im psychiatrischen Bereich Verbesserungen geben – nicht große aber merkbare. Im Hinblick auf die Flensburger Strahlenbehandlung wage ich nicht zu sagen, wo das landen wird. Das ist guter Brauch, dass man nichts sagt, während verhandelt wird.“

Der Sonderbeauftragte für deutsch-dänische Zusammenarbeit der Region, Venstre-Mann Preben Jensen, gehört nach eigenen Worten nicht zum erlauchten Kreis derer, die gerade am Budget 2019 basteln im Roten Wurm in Vejle. Aber er ist zuversichtlich, dass die Flensburger Strahlen Teil des Vergleichs werden, da sich ja quasi alle vorab dafür ausgesprochen hätten: „Ja, ich glaube daran. Zumindest weiß ich, dass darüber seriös verhandelt wird im Moment. Ich bin da optimistisch.“

Mehr lesen