Bildung

Sozialdemokraten mit Kehrtwende im Bildungsbereich

Sozialdemokraten mit Kehrtwende im Bildungsbereich

Sozialdemokraten mit Kehrtwende im Bildungsbereich

jt
Kopenhagen/Bornholm
Zuletzt aktualisiert um:
Mette Frederiksen (Sozialdemokraten) Foto: Claus Fisker/Ritzau Scanpix

Die Sozialdemokraten sind nun doch für eine Abschaffung der Ausbildungsgrenze. 2016 waren sie eine der Parteien, die eine solche Grenze für Studenten einführten.

Die Sozialdemokraten haben ihren Kurs in der Bildungspolitik geändert. Die Partei will nun doch die Ausbildungsgrenze abschaffen, die Studierende daran hindert, mehr als eine Universitätsausbildung zu absolvieren. Das erklärt die Parteivorsitzende Mette Frederiksen am Donnerstag beim Volkstreffen auf Bornholm.

„Viele Jugendliche in unserem Bildungssystem stehen unter Druck. Deshalb wollen wir die Ausbildungsgrenze abschaffen“, so Frederiksen. Ihr zufolge hat die Ausbildungsgrenze dazu geführt, dass die Gesellschaft den Jugendlichen das Gefühl vermittelt hat, dass sie keine Fehler machen dürfen und ständig Höchstleistungen bringen müssen. „Das ist eine gefährliche Kultur“, so die Parteivorsitzende zur Tageszeitung Berlingske.

Nachdem die Sozialdemokraten ihren Kurs geändert haben, stehen sämtliche „rote“ Parteien zusammen, um diese Grenze abzuschaffen.

2016 hatten die Sozialdemokraten mit der Regierung und der Dänischen Volkspartei für eine Ausbildungsgrenze gestimmt. Seitdem wird diese Verordnung zum Teil heftig von Studenten kritisiert. Der Gemeinschaftsrat der dänischen Studenten meint unter anderem, dass die Grenze die Forschung behindere. „Von einer Abschaffung profitiert die gesamte Gesellschaft. Die Studenten werden noch gebildeter und können ihr Wissen in neuen Bereichen einsetzen“, so die Ratsvorsitzende Sana Mahin Doost zur Nachrichtenagentur Ritzau.

Die Ausbildungsgrenze verhilft dem dänischen Staat zu einer jährlichen Ersparnis von 308 Millionen Kronen. Die Sozialdemokraten wollen nun die Finanzierung mit den übrigen Parteien des Parlaments besprechen.

Mehr lesen

Leserbericht

Claudia Knauer, Büchereidirektorin
„Schulunterricht wie früher: Fräulein Lehrerin, heißt es!“