Naturschutz

Regierung will 30.000 Hektar neu als Natura 2000 ausweisen

Regierung will 30.000 Hektar neu als Natura 2000 ausweisen

Regierung will 30.000 Hektar neu als Natura 2000 ausweisen

Kopenhagen
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Umweltminister Jakob Ellemann-Jensen traf die Präsidentin des dänischen Naturschutzvereins, Maria Reumert Gjerding, in Harreskoven am vergangenen Dienstag, um das Naturschutzvorhaben der Regierung zu diskutieren. Foto: Mads Joakim Rimer Rasmussen/Ritzau Scanpix

Wo bislang Natura 2000 draufstand, war nicht immer schützenswerte Natur drin. Das sagt die Regierung, die sich mit der Dänischen Volkspartei auf die Ausweisung von 30.000 Hektar neuer Natur-Gebiete geeinigt hat.

Paradisbakkerne auf Bornholm, Klinteskoven auf Møn oder Saltum Enge in Nordjütland sind darunter: Dänemark will rund 30.000 Hektar als neue Natura-2000-Gebiete ausweisen. Darauf haben sich Regierung und Dänische Volkspartei geeinigt.

Vorangegangen war eine Streichung von Natura-2000-Ländereien: 2016 hatte die Regierung beschlossen, die im Land befindlichen Schutzgebiete einer Revision zu unterziehen. Das Ergebnis: Unter dem ehemaligen Umweltminister Esben Lunde Larsen (V) waren 30.000 Hektar gestrichen worden. Bislang war die Rede davon gewesen, nur 5.000 Hektar davon zu erstatten und neu als Natura-2000-Gebiete auszuweisen. Dass die Fläche nun 100-prozentig ersetzt wird, freut den Naturverbund Danmarks Naturfredningsforening (DN). „Es ist natürlich sehr schön, dass wir mit dieser Justierung von Natura 2000 wertvolle Natur schützen“, sagt Präsidentin Maria Reumert Gjerding. Es löse aber nicht die grundlegenden Herausforderungen, der Natur mehr Platz einzuräumen.

Minister: Qualität statt Quantität

Das sieht Minister Jakob Ellemann-Jensen anders. „Das stimmt, wenn man auf die Quantität und nicht auf die Qualität schaut. Es ist eine sehr eng gefasste Betrachtung. Die Gegenden, die wir von der Liste genommen haben, hätten nicht dabei sein sollen oder kamen auf Grundlage einer schlechten Kartografierung mit“, so der Minister. „Wir müssen die Natur beschützen, die das in Dänemark nötig hat. In der Vergangenheit lag der Fehler darin, dass man eine mangelhafte Kartengrundlage hatte.“ Die gestrichenen Natura-2000-Bereiche, so die Sicht der Regierung, seien landwirtschaftliche Gebiete und Bauland und somit zu Unrecht auf der Liste gewesen. Natura 2000 sind geschützte Naturbereiche, mit denen die EU den Schutz besonderer Pflanzen und Tierarten sichern will.

Dänemark habe nun bessere Grenzen gezogen, um die Natur zu bewahren, sagt Ellemann-Jensen. „Ich wünsche mir, dass es mehr geschützte Natur in Dänemark gibt. Wir müssen aber ehrlich darüber sprechen, was wir unter Natur verstehen. Daher entziehen wir das Prädikat Natura 2000 von rund 30.000 Hektar, die nicht Natur sind. Und dann finden wir rund 30.000 Hektar richtig gute, dänische, schützenswerte Natur, auf die wir aufpassen müssen.“

Bevor die Grenzen für die Natura-2000-Zonen neu gezogen werden können, muss die Naturbehörde noch eine Reihe von Antworten im Rahmen der Anhörungsphase geben. Auch eine Übereinstimmung mit der EU muss gefunden werden. Da es sich bei den Aussagen des Ministers um eine Bekanntmachung handelt, muss der Vorschlag nicht als Gesetz durchs Folketing.

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