Sommertreffen der Fraktionen

Die Radikalen fordern Milliardenspritze für Volksschulen

Die Radikalen fordern Milliardenspritze für Volksschulen

Die Radikalen fordern Milliardenspritze für Volksschulen

Ritzau/nb
Kopenhagen
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„Wir müssen etwas Neues ausprobieren. Wir müssen einen größeren Schwerpunkt auf diese Gruppe an Kindern und Jugendlichen legen, weil alle anderen Versuche der vergangenen 70 Jahre nicht geholfen haben“, sagt Martin Lidegaard. Foto: Ida Marie Odgaard/Ritzau Scanpix

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Die Partei Radikale Venstre möchte eine Milliarde Kronen ausgeben, um das fachliche Niveau der Volksschulen zu verbessern. Die Schulen sollen dafür drei Jahre Zeit bekommen.

Die Radikalen haben das Thema „Volksschule“ auf dem jährlichen Sommertreffen ihrer Fraktion nach ganz oben auf die Tagesordnung gesetzt.

Die Partei möchte „die Volksschule befreien“, wie es heißt. Unter anderem möchte sie den Schulen und Kommunen mehr Verantwortung übertragen und die heutige Form der von der Partei als „Detailsteuerung“ bezeichneten Verwaltung der Volksschule beenden.

Benachteiligte Kinder gezielt fördern

Einer der konkreten Vorschläge zielt darauf ab, eine Milliarde Kronen bereitzustellen, um noch mehr Kinder auf ein höheres Fachniveau zu heben.

Das Geld soll zielgerichtet für Kinder und Jugendliche eingesetzt werden, denen grundlegende Fähigkeiten fehlen und den Kommunen zur Verfügung gestellt werden, die die meisten solcher Schüler haben.

„Wir sagen ihnen: Ihr könnt einen Anteil an der sozialen Investition bekommen, die der Staat zur Verfügung stellt, und in den kommenden drei Jahren könnt ihr mit dem Schwerpunkt auf die genannten Kinder das Geld frei verwenden“, erklärt Martin Lidegaard, der den Vorschlag ausgearbeitet hat.

So soll das Geld beispielsweise für kostenlose psychologische Hilfe, private Nachhilfe, mehr Lehrpersonal sowie Pädagoginnen und Pädagogen verwendet werden können.

Auswertung nach drei Jahren

„Nach drei Jahren messen wir eure Resultate. Wenn der Anteil der Kinder, die nicht lesen oder rechnen können oder nicht über grundlegende Fertigkeiten verfügen, nicht gesunken ist, könnt ihr das Geld nicht weiterhin erhalten“, sagt Martin Lidegaard.

Sofern die einzelne Schule es nicht schafft, das fachliche Niveau anzuheben, soll der Staat den Kommunen bei der Ausarbeitung eines Handlungsplans helfen. In diesem Fall sollen die Schulen auch weiterhin über die zusätzlichen finanziellen Mittel verfügen können.

Die Dinge anders angehen

„Das ist eine neue Art und Weise, die Dinge anzugehen. Einige wird das provozieren. Es ist ein Vertrag, der abhängig vom Ergebnis ist, kann man sagen. Aber wir müssen etwas Neues probieren. Wir müssen einen größeren Fokus auf diese Gruppe von Kindern und Jugendlichen haben, weil alles, was wir in den vergangenen 70 Jahren gemacht haben, nicht funktioniert hat“, sagt Lidegaard.

Die Parteivorsitzende Sofie Carsten Nielsen hob zu Beginn des Fraktionstreffens hervor, dass jedes siebte Kind die Volksschule verlässt, ohne lesen, schreiben oder rechnen zu können. Das gehe aus einem Bericht aus dem Jahr 2020 hervor, der die fachlichen und sozialen Ergebnisse in der Volksschule seit Implementierung der Volksschulreform im Jahr 2014 untersucht hat.

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