Landwirtschaft

Pestizidreste in Obst und Gemüse verdreifacht: Venstre sieht kein Problem

Pestizidreste in Obst und Gemüse verdreifacht: Venstre sieht kein Problem

Pestizidreste in Obst und Gemüse verdreifacht: Venstre sieht kein Problem

Kopenhagen
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Gemüse
Foto: Peter Wendt / Unsplash

Im Laufe der vergangenen fünf Jahre hat sich die Menge der Pestizidreste in dänischem Obst und Gemüse verdreifacht. Alles noch im grünen Bereich, sagt Venstre. Die Sozialdemokraten ärgert das – die Landwirte verteidigen sich.

Auch wenn sich die Giftreste in dänischem Obst und Gemüse innerhalb von fünf Jahren verdreifacht haben sei das kein Grund zur Besorgnis, sagt der umwelt- und nahrungsmittelpolitische Sprecher der Venstre-Fraktion, Erling Bonnesen. Dänische Möhren, Gurken und Tomaten seien weiterhin eine sichere Wahl. „Es ist doch tatsächlich so, dass, wenn man gesund und sicher essen will, es eben genau das dänische Gemüse ist, welches man essen sollte“, sagt er.

In einem neuen Bericht der Nahrungsmittelbehörde mit Zahlen aus dem Jahr 2016 sind in 27 Prozent der dänischen Produkte Pestizidreste gefunden worden, berichtet Politiken. Das ist dreimal mehr als noch 2011. Doch das ist noch immer nur halb so viel wie im EU-Schnitt.

„Es ist wichtig anzumerken, dass das Niveau unterhalb dem liegt, wo es gesundheitliche Risiken gibt“, sagt Bonnesen. Zudem seien die Messinstrumente heute weit genauer als noch vor Jahren.

Christian Rabjerg Madsen, umweltpolitischer Sprecher der Sozialdemokraten, gefällt diese Haltung nicht. Er sei überrascht, dass Umwelt- und Nahrungsmittelminister Esben Lunde Larsen (Venstre) die Entwicklung nicht ernster nimmt. „Wir liegen unter den Grenzwerten, aber die Entwicklung ist stark ansteigend. Wir müssen untersuchen, warum die Situation ist, wie sie ist. Wir müssen das bremsen“, sagt er.

„Es besteht das Risiko eines Cocktaileffektes, über den wir nicht den Gesamtüberblick haben. Deshalb ist es für unseren Gesundheitszustand nicht positiv, wenn wir mehr Pestizide auf unserem Gemüse sehen“, so Madsen.

Die Behörde liefert unterdessen keine Ursachen für die Zunahme. Laut Politiken würde dies umfangreiche Nachforschungen voraussetzen. Minister Larsen wollte die Zahlen laut Politiken nicht kommentieren.

Dafür hat sich Torben Hansen vom Bauernverband Landbrug & Fødevarer geäußert. „Wir dänischen Landwirte tun alles, was wir können, dafür, effektiv und verantwortlich zu spritzen. Deshalb brauchen wir nur die absolut nötigen Mengen“, sagt er. „Ganz neue Zahlen zeigen denn auch, dass wir heute deutlich weniger Planzenschutzmittel nutzen als in 2011 und dass wir unter den Landwirten in Europa sind, die am allerwenigsten spritzen“, so Hansen weiter.

Wie Politiken berichtet, geben mehrere Gemüseproduzenten an, dass das feuchte, wechselhafte Wetter in den vergangenen Jahren dazu beigetragen habe, dass mehr gegeb Pilzbefall gesoritzt wurde. Auch der Verband der Gärtnereien verweist auf wechselhafteres Wetter.

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