Gesetzesänderung

Öffnung des Fernbus-Marktes: Verband fürchtet starken Preisdruck auf öffentlichen Verkehr

dodo
Kopenhagen
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Foto: Frank May/ Ritzau-Scanpix

Durch eine Gesetzesänderung will die Regierung den Fernbus-Markt liberalisieren. Der Verband der Verkehrsgesellschaften in Dänemark sieht darin eine Untergrabung des öffentlichen Verkehrs.

Die Regierung und die Dänische Volkspartei arbeiten an der Liberalisierung des Fernbus-Marktes.

Derzeit dürfen Fernbuslinien laut Gesetz maximal zwei Einzugszonen von Verkehrsgesellschaften überqueren. Das bedeutete, dass es von Landesteil zu Landesteil unterschiedlich ist, wie weit Fernbusse fahren dürfen.

Künftig soll diese Beschränkung aufgehoben werden und Fernbus-Unternehmen wie Flixbus sollen landesweit fahren dürfen. Einzige Bedingung: Mindestens alle 75 Kilometer muss es eine Haltestelle geben und es muss mindestens fünfmal pro Woche eine Doppelfahrt auf der Route angeboten werden.

Kritik von den Verkehrsgesellschaften

Da Fernbusse deutlich günstiger sind als andere, öffentliche Verkehrsmittel erhofft sich die Regierung, dass so mehr Menschen durch Dänemark reisen werden.

Der Verband der Verkehrsgesellschaften in Dänemark warnt hingegen vor einer Öffnung des Fernbus-Marktes: „Wir befürchten, dass kommunale und regionale Buslinien geschlossen werden müssen“, so der Vorsitzende Claus Wistoft zu Danmarks Radio, der darauf aufmerksam macht, dass die Verkehrsgesellschaften, die viele Strecken derzeit abdecken, die Fernbusse bisher nicht bedienen dürfen, die günstigen Ticketpreise nicht mitgehen können.

600.000 Passagiere mehr

Die Regierung geht davon aus das durch die Gesetzesänderung die Zahl der Fernbus-Passagiere pro Jahr um bis zu 600.000 steigen wird. Die Hälfte sollen nach Schätzungen neue Reisende sein, während davon ausgegangen wird, dass der Rest von regionalen Bussen und Zügen auf Fernbusse umsteigt.

Transportminister Ole Birk Olesen (Liberale Allianz) weist die Kritik zurück, dass der Gesetzesvorschlag den öffentlichen Verkehr untergräbt. „Nach unseren Erwartungen werden die öffentlichen Verkehrsgesellschaften weniger als ein Prozent ihrer Ticketverkäufe einbüßen. Im Gegensatz dazu, werden die Bürger, die einen Bedarf an weiten Reisen haben, ein neues Angebot bekommen, das besser und günstiger für sie sein kann“, so der Minister.

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