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Notärzte wollen DF-Hubschrauber nicht

Notärzte wollen DF-Hubschrauber nicht

Notärzte wollen DF-Hubschrauber nicht

cvt
Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Liselott Blixt
Liselott Blixt Foto: Scanpix

Nach den Polizeipferden steht nun ein weiteres Haushalts-Geschenk von DF in der Kritik: Der zusätzliche Rettungshubschrauber für Nordjütland werde gar nicht gebraucht, sagen Notärzte.

Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, heißt es. Doch nach der Wiedereinführung einer Reiterstaffel ist nun ein weiterer von der Dänischen Volkspartei (DF) erkämpfter Haushalts-Posten von den Begünstigten selbst kritisiert worden.

In der Haushaltsabsprache zwischen Regierung und DF ist ein zusätzlicher Rettungshelikopter vorgesehen, der von Nordjütland aus die drei in Dänemark stationierten Hubschrauber in Ringsted, Billund und Skive ergänzen soll. Doch wie Jyllands-Posten jetzt berichtet, wollen die Notärzte den Hubschrauber gar nicht haben.

„Für das Gesundheitswesen ist eine bestimmte Anzahl öffentlicher Kronen vorgesehen und unserer Auffassung nach ist es nicht der vierte Rettungshubschrauber, der uns am dringendsten fehlt“, sagt Oberarzt Jesper Dirks vom Reichshospital in Kopenhagen, der auch als Notarzt im Rettungshubschrauber-Einsatz ist, zu Jyllands-Posten. Man komme gut mit den drei bestehenden Helikoptern aus, meint er.

Sein Kollege, Oberarzt Henrik Jørgensen von der Gesundheitsbehörde, sieht das in TV2 ähnlich: „Für mich wirkt das wie eine schnell gemachte Entscheidung, die nicht auf Analysen beruht. Wir haben bei den Krankenhäusern viel weggekürzt, es ist also verkehrte Welt, wenn plötzlich mehr Geld bewilligt wird. Es fehlt eine ordentliche Analyse dahinter“, sagt er.

Auch Jakob Kjellberg, Professor am Nationalen Forschungs- und Analysezentrum für Wohlfahrt (VIVE), hält nicht viel von dem neuen Hubschrauber. Es brenne an vielen Stellen im Gesundheitswesen, zum Beispiel „in der Notaufnahme und den allgemeinärztlichen Praxen. Man muss sich fragen, ist das hier wirklich die größte Herausforderung? Das Geld könnte an anderen Stellen durchaus nützlich sein“, so Kjellberg zu TV2.

Die gesundheitspolitische Sprecherin von DF, Liselott Blixt, weist das zurück. Es handele sich nicht um Symbolpolitik und die Zahlen deuteten darauf hin, dass es Probleme unter anderem auf Læsø mit zu langsam eintreffenden Notärzten gegeben habe. „Wir beziehen uns auf die Zahlen der Gesundheitsbehörde“, sagt sie.

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