Integrationspolitik

„Nicht westliche“ Frauen kein Teil des wirtschaftlichen Aufschwunges

jt
Kopenhagen
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Regierungschef Lars Løkke Rasmussen (Venstre) Foto: Bax Lindhardt/ Ritzau Scanpix

Die Beschäftigung unter sogenannten „nicht westlichen Frauen“ ist deutlich niedriger als bei ihren Männern. Das zeigt eine neue Analyse, die am Freitag von der dänischen Regierung präsentiert wurde.

In den vergangenen Jahren gab es mehrere gute Geschichten über einen gelungenen Integrationseinsatz von Einwanderern in Dänemark. Das sagte der dänische Regierungschef Lars Løkke Rasmussen (Venstre) beim Integrationsgipfel am Freitag in seiner privaten Residenz Marienborg. Doch ihm zufolge gibt es weiterhin Gruppen, die kein Teil der dänischen Gesellschaft sind. Dies zeigen nach Ansicht Løkkes neue Zahlen und Analysen, die von der Regierung präsentiert wurden, berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau.

Deutlich zeigt sich demnach dieses Bild bei den sogenannten „nicht westlichen Frauen“ und deren Beschäftigung. Lediglich 15 Prozent haben eine Arbeit. Bei den Männern liegt der Prozentsatz bei 50. Eine ernstzunehmende Lage, wie Beschäftigungsminister Troels Lund Poulsen (Venstre) unterstreicht.

„Die Frage, wie wir diese Frauen auf den Arbeitsmarkt integrieren können, ist eine alles entscheidende für mich“, so der Minister.

Auch Inger Støjberg, Ausländer- und Integrationsministerin, meldete sich zu Wort. „Es dreht sich dabei nicht nur darum, diese Frauen von ihren Sozialleistungen wegzubekommen, sondern auch darum, was sie ihren Kindern weitervermitteln“, so die Venstre-Politikerin, die zugleich auch den Kulturunterschied hervorhob: „In muslimischen Familien ist der Mann das Familienoberhaupt. Doch in Dänemark sind beide Geschlechter gleich viel Wert. Das bedeutet auch, dass beide auf dem Arbeitsmarkt teilnehmen müssen.“

Um die Frauen auf den Arbeitsmarkt zu bekommen, habe die Regierung laut Støjberg eine Reihe von Initiativen verabschiedet. „Wir haben die Sozialleistungen um die Hälfte gekürzt, sowie die Ansprüche auf diese verschärft“, so die Ministerin.

Eine positive Integrationsgeschichte schreiben hingegen junge Frauen aus Einwanderer-Familien in zweiter Generation. Von ihnen machen heute im Durchschnitt mehr einen Hochschul-Abschluss als dies unter dänischstämmigen jungen Frauen der Fall ist.

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