Tierwelt

Naturschützer fordern Wolfsschutz für Tierhalter

Naturschützer fordern Wolfsschutz für Tierhalter

Naturschützer fordern Wolfsschutz für Tierhalter

cvt/Ritzau
Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Zwei Wölfe in Gefangenschaft
Wölfe im Zoo von Kopenhagen Foto: Ida Marie Odgaard/Ritzau Scanpix

Landwirte und Naturschützer sind sich einig: Wer Nutztiere hält, sollte Zuschüsse bekommen, um sie vor den Raubtieren sichern zu können. Doch ein Handlungsplan lässt auf sich warten.

Der dänische Wolfsbestand ist in den vergangenen Monaten um mindestens zwei Rüden gewachsen. Ein Jungwolf aus Sachsen hat sich, das belegen DNA-Spuren, in Dänemark aufgehalten und Forscher gehen davon aus, dass er noch immer im Lande ist.

Zeit, sich auf die Wölfe einzustellen, meinen der Naturschutzbund Danmarks Naturfredningsforening (DN) und der Landwirtschafts-Dachverband Landbrug & Fødevarer (LF).

„Wenn sich Wölfe an verschiedenen Orten in Jütland niederlassen, dann ist es äußerst wichtig, dass den Nutztierhaltern von Anfang an ein Angebot gemacht wird, Zuschüsse für Wolfssichere Zäune zu bekommen, die nachweislich funktionieren, und vielleicht auf für Wachhunde“, sagt Bo Håkansson, Biologe bei DN.

Es sei wichtig, dass die Zuschüsse geleistet werden, bevor ein Angriff stattgefunden hat.

LF: Einigung über Wolfs-Plan nötig

Wie berichtet, hat der Wildverwaltungsrat (Vildtforvaltningsrådet) kürzlich angekündigt, einen weiteren Versuch zu starten, einen Wolfs-Plan auszuarbeiten. Dieses Vorhaben war zuvor wegen zahlreicher Uneinigkeiten im Gremium gescheitert.

Der Landwirt Frederik Lüttichau vertritt LF in dem Wildverwaltungsrat und meint, dass der Nachweis eines weiteren Wolfes eine Einigung nötig mache. Laut der „Bild“ hat der kürzlich in Dänemark eingetroffene Wolf im Bereich Lauenburg zuvor seit April 33 Schafe gerissen.

„Das beunruhigt natürlich und unterstreicht, dass es sehr wichtig ist, dass man einen Handlungsplan für Problemwölfe bekommt, wenn es sich nun um einen solchen handeln sollte, der nach Dänemark gekommen ist“, sagt Lüttichau.

DN: Hilfe für Tierhalter und Aufklärung

Laut Håkansson spielen drei Probleme bei den Wölfen eine Rolle: „Da sind die Angriffe, wo wir alles tun müssen, was wir können, um sie so weit wie möglich zu reduzieren. Das andere ist, dass es so viele Mythe gibt und dass so viel Blödsinn über Wölfe erzählt wird. Und wir brauchen wirklich einen intensivierten Dialog mit den Leuten in den Gebieten, die verständlicherweise besorgt darüber sind, was es nun bedeutet, dass Wölfe sich bei ihnen in der Nachbarschaft niederlassen.“

Der Wildverwaltungsrat hat zur Aufgabe, die Regierung zu den Themen Jagd und Wildverwaltung zu beraten. Sein Vorsitzender, Jan Eriksen, hat bereits angekündigt, dass er damit rechnet, dass der Rat seine Empfehlungen zum Thema Wölfe Ende des Jahres 2020 an Umweltministerin Lea Wermelin (Soz.) übergeben wird.

Die Umweltministerin, derzeit im Urlaub, hatte kürzlich angekündigt, den Plan, die Wölfe in Dänemark einzuzäunen, nicht umsetzen zu wollen.

Mehr lesen