Medienvergleich

Ministerin: Öffentlich-rechtliche Medien müssen im Internet an führender Stelle stehen

Ministerin: Öffentlich-rechtliche Medien müssen an führender Stelle stehen

Ministerin: Öffentlich-rechtliche Medien müssen zulegen

dodo
Kopenhagen
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Kulturministerin Joy Mogensen will die öffentlich-rechtlichen Medien fit für die Zukunft machen. Foto: Henning Bagger / Ritzau Scanpix

Vor den anstehenden Verhandlungen zu einem neuen Medienvergleich hat Kulturministerin Joy Mogensen drei entscheidende Herausforderungen ausgemacht, vor denen die „alten“ Medien stehen.

Die dänischen öffentlich-rechtlichen Medien müssen im Internet an führender Stelle stehen: Dieser Meinung ist Kulturministerin Joy Mogensen (Sozialdemokraten), die mit einem Beitrag in der Zeitung „Jylland-Posten“ den Anstoß für eine Debatte über die anstehenden Verhandlungen zu einem neuen Medienvergleich gegeben hat.

In diesem Beitrag sieht sie drei zentrale Herausforderungen, vor denen die heutigen Medien stehen.

Bürger wechseln ins Internet

Zum einen ist sie der Meinung, dass es ein Problem sei, dass die dänischen Bürger zunehmend die traditionellen Medien verlassen und auf andere Plattformen wechseln. Hier weist sie unter anderem darauf hin, dass die Medienunterstützungen derzeit zum großen Teil auf Fernsehen, Radio und gedruckte Medien abzielen, während eine immer größere Zahl der Dänen heute Streaming und Podcasts nutzen und ihre Nachrichten aus dem Internet beziehen.

„Das Fernsehen ist vielleicht immer noch das größte und wichtigste Medium für die Dänen, doch die Entwicklung zeigt, dass andere Medien diesen Platz immer mehr einnehmen“, so die Kulturministerin in Jyllands-Posten.

Zu viel Werbung

Als zweite Herausforderung sieht sie, dass Kinder in Dänemark immer mehr von Werbung und kommerziellen Inhalten überhäuft werden. Die Ministerin sieht hier auch Streamingdienste wie Netflix oder HBO in der Pflicht, daran etwas zu ändern.

Wirtschaftliche Herausforderungen

Der letzte wichtige Punkt ist für die Ministerin die wirtschaftliche Herausforderung, vor denen vor allem lokale und regionale Medien stehen, weil viele der früher in den Wochenzeitungen abgedruckten Anzeigen heute von Facebook und Google übernommen wurden.

Wie eine Lösung dieses Problems aussehen könnte, dazu äußerte sich die Ministerin allerdings nicht. Auch über die Geldmenge, die im neuen Medienvergleich bereitgestellt werden könnte, sagte sie nichts.

Im jüngsten Medienvergleich von 2018 wurde Danmarks Radio dazu verpflichtet, über fünf Jahre 20 Prozent der Ausgaben einzusparen. Die erste Sparrunde von 420 Millionen Kronen wurde bereits durchgeführt. Die zweite Sparrunde soll in den Jahren 2022 und 2023 weitere 255 Millionen Kronen einbringen.

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