Gesundheitswesen

Mehrheit fordert: Bildet mehr Ärzte aus

jt
Kopenhagen
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30 zusätzliche Ärzte pro Jahr reicht um Längen nicht aus, wenn sichergestellt werden soll, dass alle Bürger in Zukunft einen Arzt haben. Die Ärzteorganisation PLO schlägt vor, weitere 100 Ausbildungsplätze zu schaffen.

Im kommenden Jahr werden 300 Medizinstudenten die Möglichkeit haben, sich zu praktizierenden Ärzten auszubilden. Das sind 30 mehr als in diesem Jahr, doch das reicht nicht aus, meinen sämtliche Parteien, mit Ausnahme der Regierung, im dänischen Parlament.

„Die Regierung hat zwar mehr Plätze geschaffen. Doch um den Ärztemangel der Zukunft entgegenzuwirken ist das nicht genug. Ich verstehe nicht, warum sie die Problematik nicht sehen“, erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der Sozialdemokraten, Flemming Møller Mortensen, zu Politiken. Insbesondere sei der Ärztemangel im ländlichen Raum schon seit Längerem kritisch.

Auch die Ärzteorganisation (PLO) schätzt den Ärztemangel als kritisch ein. Anhand einer eigenen Analyse schlägt die Organisation vor, im Laufe der kommenden sieben Jahre jährlich weitere 100 Studienplätze zu schaffen. Demnach würden jährlich rund 400 Ärzte ausgebildet werden.

„Der Vorschlag, 30 zusätzliche Studienplätze zu schaffen ist ein Schritt in die richtige Richtung. Doch rund ein Drittel aller Ärzte wird in den kommenden zehn Jahren pensioniert und aufgrund dessen sind 30 Studienplätze falsch dimensioniert. Wir brauchen mindestens 100 zusätzliche Plätze pro Jahr“, erklärt PLO-Vorsitzender Christian Freitag zu Politiken.

Die Regierung möchte jedoch erst abwarten und sehen, welchen Effekt die 30 geschaffenen Plätze ab April haben werden. „Es ist nicht sicher, dass das, was wir jetzt gerade unternehmen, auch alle Probleme lösen wird. Doch wir versuchen mit der Zahl an neuausgebildeten Ärzten und dem Ärztemangel in gewissen Teilen Dänemarks klarzukommen“, erklärt der gesundheitspolitische Sprecher von Venstre, Mads Fuglede, zu Politiken.

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