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Mehr Studiengänge auf dem Land, weniger in Englisch

Mehr Studiengänge auf dem Land, weniger in Englisch

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Ritzau/hm
Kopenhagen
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Unterrichtsministerin Ane Halsboe-Jørgensen (Soz.) stellte am Freitag die Ausbildungs-Vereinbarung vor. Foto: Arthur J. Cammelbeeck/Ritzau Scanpix

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Eine Mehrheit im Folketing ist sich einig: Die Ausbildung auf dem Lande außerhalb der großen Städte soll besser werden. Gekürzt wird an anderer Stelle, unter anderem bei Studiengängen für ausländische Studierende.

Eine breite Mehrheit im Folketing hat am Freitag eine Absprache getroffen, die die Ausbildung im Land verbessern soll. Laut Ausbildungs- und Forschungsministerin Ane Halsboe-Jørgensen (Soz.) soll die Vereinbarung dazu beitragen, dass es dauerhaft möglich wird, Ausbildungsplätze außerhalb der großen Städte zu betreiben. Sie bezeichnete die Vereinbarung als einen „entscheidenden neuen Schritt in der Ausbildungspolitik Dänemarks“.

In einem Vorschlag, den die sozialdemokratische Regierung Ende Mai publik machte, stand, dass die Universitäten ihre Studienkapazitäten in den Städten Kopenhagen, Aarhus, Odense und Aalborg um 10 Prozent verringern oder diese 10 Prozent woanders unterbringen.

Keine Pflicht mehr für Universitäten

Der Vorschlag wurde heiß diskutiert. Die beiden Stützparteien SF und Einheitsliste konnten sich nun mit ihrem Wunsch durchsetzen. Nunmehr ist von einer Zielsetzung bis 2030 die Rede, eine zwingende Pflicht der Universitäten besteht nicht mehr.

Nun sollen 60 Prozent der Ausbildungsplätze in den vier großen Sozialfachrichtungen in Zukunft außerhalb der großen Städte liegen. Dies betrifft die Berufe Lehrer, Pädagoge, Krankenpfleger und Sozialarbeiter.

Dies soll gelingen, indem bis 2030 1.000 neue Studienplätze außerhalb der großen Städte errichtet werden und 1.000 weitere aus den großen Städten abgezogen werden.

Die 1.000 neuen Studienplätze sollen in den fünf Regionen verteilt werden; 23 neue Ausbildungsstellen sollen außerhalb der großen Städte aufgebaut werden, dafür werden 537 Millionen Kronen bereitgestellt.

Die Radikalen und die Liberale Allianz tragen die Vereinbarung nicht mit. Die Radikalen meinen, die Regierung investiere zu wenig Geld in den Umzug der Ausbildungen. Sie stellen sich zudem gegen die Schließung von Studienplätzen.

Englischsprachige Ausbildung wird reduziert

Die sozialdemokratische Regierung ist mit den anderen Parteien im Folketing auch übereingekommen, dass englischsprachige Ausbildungen reduziert werden. Damit will eine Mehrheit im Folketing die SU-Ausgaben begrenzen. Die Ausbildungsförderung muss nicht zurückgezahlt werden. In der Vergangenheit wurde kritisiert, dass die Ausgaben für ausländische Studierende außer Kontrolle geraten, da diese nach dem Studium in einigen Bereichen oft nicht in Dänemark arbeiten. Es wird erwartet, dass die neue Regelung vor allem Wirtschaftsakademien trifft. Wo feststeht, dass ausländische Studierende nach der Ausbildung nicht abwandern, sollen diese erhalten bleiben.

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