Wahlen 2017

Lose auch landesweit ein Hit – mit Søvndal im Nacken

Lose auch landesweit ein Hit – mit Søvndal im Nacken

Lose auch landesweit ein Hit – mit Søvndal im Nacken

Peter Lassen
Peter Lassen Hauptredaktion
Vejle/Kopenhagen
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Stephanie Lose
Regionsvorsitzende Stephanie Lose (Venstre). Foto: Scanpix

Sie führt auch landesweit die Liste der größten Stimmenschlucker an – vor ihrem SF-Rivalen Søvndal.

Süddänemarks und Venstres alte und neue Regionsratsvorsitzende, Stephanie Lose, hat mit ihrem persönlichen Wahlergebnis landesweit Schlagzeilen gemacht.

Zum einen auch, weil SF-Spitze Villy Søvndal neben seinem politischen Comeback nicht nur für viele persönliche Stimmen sorgte, sondern auch für einen ganzen Tross von Journalisten und Kamerateams, die nur den früheren Außenminister ablichten und testen wollten, ob der Villy-Effekt noch geht.
Mit ihren 89.583 persönlichen Stimmen verdrängte die junge Lose, die am 14. Dezember 35 Jahre wird, den 65-jährigen SF-Mann mit seinen erstaunlichen 69.841 persönlichen Stimmen im Roten Wurm in Vejle auf Rang zwei der Hitliste der persönlichen Stimmen.

Und diese Platzierung gilt auch für die Landes-Hitliste, wo Lose und Søvndal den Nachfolger des bisherigen Regionskönigs Bent Hansen, Anders Kühnau (Sozialdemokraten), auf Platz drei verdrängten. Kühnau holte in Mitteljütland auf Anhieb immerhin 62.959 persönliche Stimmen. Altmeister Hansen wurde vor vier Jahren landesweite Spitze mit 104.064 Stimmen – gefolgt von Carl Holst mit 94.197. Lose und Kühnau holten damals 5.569 beziehungsweise 5.969 persönliche Stimmen.

Ergebnis weckt Interesse

Loses aktuelles Ergebnis weckt – nach all dem Ärger mit Bios-Skandal, Ausmisten in der Chefetage und dem „Erbe“ von Stimmenschlucker und Vorgänger Carl Holst – sicher auch parteiintern großes Interesse, denn landesweit ist die junge Venstre-Frau aus Esbjerg, die erst sei Juni 2015 an vorderster Front steht, eine der wenigen Lichtgestalten bei Venstre.

Sie wird sicher bald auch landespolitisch gefragt sein und hat die Zukunft vor sich. SF-Urgestein Søvndal aus Kolding hat im Wahlkampf immer wieder gesagt, er sei fertig mit der Landespolitik. Schauen wir mal, denn nach dem kalten Abservieren durch Lose im Roten Wurm könnte der „Rote Villy“ wieder auf den Geschmack gekommen sein – zumal seine persönlichen Stimmen zeigen, dass der Villy-Effekt noch Wirkung hat. Vielleicht auch landesweit?

Zu einem TV-Reporter sagte der SF-Mann am frühen Morgen nach der Wahl beim Verlassen des Regionshauses (Roten Wurms) auf die Frage, ob er fertig sei mit der Landespolitik, nicht klar Ja, sondern: „Das glaube ich schon.“

Die Stimmenschlucker

Die fünf größten Stimmenschlucker bei den Regionswahlen in Dänemark:
1. Stephanie Lose (Venstre), Region Syddanmark, 89.583 Stimmen
2. Villy Søvndal (SF), Region Syddanmark, 69.841
3. Anders Kühnau (Sozialdemokraten), Region Midtjylland, 62.959
4. Sophie Hæstorp Andersen (Sozialdemokraten), Region Hovedstaden, 60.162
5. Ulla Astman (Sozialdemokraten), Region Nordjylland, 48.586

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