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Løkke: Türkei als EU-Mitglied unrealistisch

Løkke: Türkei als EU-Mitglied unrealistisch

Løkke: Türkei als EU-Mitglied unrealistisch

jt/ritzau
Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Staatsminsiter Lars Løkke Rasmussen (r.) mit EU-Präsident Donald Tusk. Foto: Scanpix

Der dänische Staatsminister Lars Løkke Rasmussen hofft vor einem EU-Treffen in der kommenden Woche auf ein neues und ehrlicheres Verhältnis gegenüber der Türkei. Von einer EU-Mitgliedschaft sind sie ihm zufolge jedoch weit entfernt.

„Es ist in keiner Weise realistisch, dass die Türkei ein EU-Mitgliedsland wird.” Das erklärt Lars Løkke Rasmussen (Venstre) vor einem EU-Treffen in Brüssel, wo die Staatsoberhäupter der EU unter anderem das Verhältnis zur Türkei diskutieren wollen. „Erdogan hat selbst die Tür zur EU geschlossen – und ich bin der Meinung, dass wir genauso gut jetzt die Konsequenzen daraus ziehen können”, so Løkke.

Vor dem Treffen in Brüssel spürt der Staatsminister unter seinen EU-Kollegen ein steigendes Verständnis für die dänische Haltung, wie er bei einem Treffen des Europaausschusses des Folketings erklärt. „Bisher haben nur Deutschland und Österreich sich in gleichem Maße wie Dänemark gegenüber der Türkei geäußert. Doch jetzt bekommen wir eine EU-Debatte und das ist gut so”, so Løkke.

Ein EU-Aufnahmestopp der Türkei erfordert ein einstimmiges Votum der EU-Mitglieder. Der Staatsminister rechnet jedoch nicht schon in der kommenden Woche mit einem solchen Wahlergebnis. Weiterhin sind noch offenen Fragen vorhanden – unter anderem, ob die Verhandlungen komplett beendet oder lediglich ausgesetzt werden sollen.

„Ich glaube, dass es wichtig ist, dass wir der Türkei offener und ehrlicher gegenüberstehen. Auch unsere Bevölkerungen sollen ein Verständnis dafür haben, wie wir mit den Türken umgehen”, sagt Løkke. Er unterstreicht, dass die EU trotz eines Aufnahmestopps weiterhin einen professionellen Dialog mit der Türkei aufrechterhalten sollte. „Die Türkei hat, mit Blick auf die Migration und Terror, eine strategisch wichtige Lage. Außerdem sind sie ein NATO-Mitglied und somit einer unserer Verbündeten”, so der Staatsminister.

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