Wahlumfrage

Die Konservativen liegen deutlich vor Venstre

Die Konservativen liegen deutlich vor Venstre

Die Konservativen liegen deutlich vor Venstre

Ritzau/nb
Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
In der vergangenen Woche gaben die Konservativen mit Søren Pape Poulsen an der Spitze (Mitte) in Verbindung mit dem Sommertreffen ihrer Fraktion eine Pressekonferenz, wo sie unter anderem umfassende Pläne zu Steuersenkungen präsentierten. Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix

Diesen Artikel vorlesen lassen.

Die Konservativen haben in der vergangenen Woche in der Wählergunst markant zugelegt. Gleichzeitig bekommt Venstre die niedrigsten Zustimmungswerte der vergangenen 20 Jahre.

Eine Woche nachdem sich Søren Pape Poulsen als Staatsministerkandidat präsentiert hat, liegen die Konservativen mit großem Abstand vor Venstre. Das zeigt eine Wahlumfrage des Umfrageinstituts „Voxmeter“.

Demnach würden die Konservativen 16,5 Prozent der Stimmen erhalten, wenn morgen Folketingswahlen wären.

Venstre würde 11 Prozent der Stimmen erzielen. Für die Partei ist das das schlechteste Umfrageergebnis seit 2002, als „Voxmeter“ erstmals eine entsprechende Umfrage durchgeführt hat.

Vor der Ankündigung Pape Poulsens, als Staatsminister kandidieren zu wollen, lagen die beiden Parteien gleichauf.

Erhebliche Unterschiede zur Wahl 2019

„Das ist eine große Niederlage für Jakob Ellemann-Jensen (Parteivorsitzender von Venstre, Red.). Damit wird deutlich, dass er sich erheblich anstrengen muss, wenn er sich Hoffnungen auf den Posten als Staatsminister macht“, sagt der politische Kommentator, Hans Engell.

Die Umfrageergebnisse unterscheiden sich sowohl für die Konservativen als auch für Venstre erheblich von den Ergebnissen der Folketingswahlen 2019.

Hier erhielt Venstre 23,4 Prozent der Wählerstimmen, während die Konservativen 6,6 Prozent erzielten.

„Wenn der Wahlkampf richtig losgeht, kann ich mir gut vorstellen, dass Venstre und die Konservativen härter miteinander ins Gericht gehen werden, als dies bislang der Fall war“, so die Einschätzung von Hans Engell.

Søren Gade tritt im selben Wahlkreis wie Pape Poulsen an

In der vergangenen Woche war zudem bekannt geworden, dass Søren Gade (Venstre) bei der nächsten Folketingswahl wieder antreten will. Der populäre Venstre-Politiker und ehemalige Verteidigungsminister sitzt derzeit für die Partei im Europaparlament.

Gade will sich im Wahlkreis Westjütland aufstellen und tritt somit im selben Wahlkreis wie Pape Poulsen an. Das interne Wahlduell zwischen den beiden Politikern dürfte vom bürgerlichen Lager mit großem Interesse verfolgt werden.

Nach Meinung von Hans Engell hat Pape allerdings den Vorteil, dass er als Staatsministerkandidat antritt. „Indem sich Søren Gade ausgerechnet in der Hochburg von Pape platziert, fordert Venstre die Konservativen offenkundig heraus“, sagt er.

Wechselnde Wählergunst

Beide Parteien haben in den vergangenen eineinhalb Jahren abwechselnd in der Wählergunst vorn gelegen. Zuvor war Venstre über einen längeren Zeitraum die größte Partei im blauen Block gewesen.

Søren Pape Poulsen hatte am Montag vergangener Woche bekannt gegeben, nach der nächsten Wahl Staatsminister werden zu wollen. Es war allerdings erwartet worden, dass der Parteivorsitzende der Konservativen genau dies mitteilen würde.

Während des Sommertreffens ihrer Fraktion präsentierten die Konservativen in der vergangenen Woche auch einen Steuerplan, der unter anderem die Abschaffung der Steuer für Besserverdienende (Topskatten) vorsieht.

Blauer Block derzeit mit Mehrheit der Mandate

In der aktuellen Umfrage von „Voxmeter“ erzielt der blaue Block mit 91 Mandaten eine Mehrheit, während der rote Block auf 84 Mandate kommt.

Die Moderaten liegen knapp unter der Sperrgrenze, während es in der vergangenen Woche noch so aussah, als würde sich die Partei mit vier Mandaten den Einzug ins Folketing sichern können.

Es ist nicht auszuschließen, dass die Moderaten mit dem ehemaligen Staatsminister Lars Løkke Rasmussen an der Spitze am Ende das Zünglein an der Waage sein können. Løkke Rasmussen will erst nach der Wahl bekannt geben, wen er als Staatsministerin oder als Staatsminister unterstützen will.

Mehr lesen